Review

Aliens kommen auf die Erde, um Schiffe versenken zu spielen. Für eine Gruppe von Navy-Jungspunden entpuppt sich ein Übungsszenario zum interstellaren Krieg.

BATTLESHIP von Regisseur Peter Berg (HANCOCK, VERY BAD THINGS, Darsteller: Dr Billy Kronk in CHICAGO HOPE) ist ein Sci-Fi-Spektakel der Superlative mit Explosionen, bombastischer Zerstörung, aufwendig gestalteten Alien-Raumschiffen und allem, was dazu gehört. Vergleiche zu INDEPENDENCE DAY sind wahrlich nicht von der Hand zu weisen. Gleichzeit ist der Streifen aber auch Big-Budget-Trash zum Abreihern. Hirnlos, dämlich, mit kraterhaften Logiklöchern bestückt und vor allem – und das ärgert beinahe bis man Schaum sabbert – mit übertriebenem, nicht hinterfragtem Patriotismus und schwülstiger Heroik angereichert. Auch diesbezüglich ist der Vergleich zu INDEPENDENCE DAY angebracht. Hier kommt es aber fast noch schlimmer. Obwohl die Aliens haushoch überlegen sind, greifen die tüchtigen Seesoldaten natürlich pflichtgetreu an. Was die Aliens eigentlich wollen, wird den ganzen Film nicht so wirklich klar. Sie führen jedenfalls wie alle Ausländer… äääh, Außerirdische nichts Gutes im Schilde. Die humanoiden, menschlich aussehenden Aliens sind natürlich empfindlich gegen Sonnenlicht. Macht Sinn, da sie sich auf ihrem, wie erklärt wird, erdähnlichen Planeten im Laufe der Evolution natürlich nicht an die Sonne gewöhnen konnten. Deshalb tragen Erden-Astronauten auch diese verspiegelten Helme: nur zum Schutz vor dem Sonnenlicht, weil man im Weltraum der Sonne ja schließlich näher ist… ARGH!

Ins Gefecht ziehen Sonnyboy Taylor Kitsch (JOHN CARTER, Oliver Stones SAVAGES) als prolliger Hitzkopf Hopper (eine überaus hassenswerte Rolle), Liam Neeson (TAKEN, SCHINDLERS LISTE, STAR WARS: EPISODE 1) und – als weiblicher Sergeant (Wow! Innovativ!) – Rihanna, die hier aber weder singt, noch tanzt, noch sonderlich geil aussieht. Ergo: Kein „Under My Umbrella-Ella-Äh-Äh“ mit viel nackter Haut und sexy Hüftschwung. Um alle Klischees und Randgruppen zu bedienen finden sich unter den Charakteren auch ein Mike Tyson-Double mit Roboterbeinen, die futuristische Prothesen darstellen sollen, und eine dicktittige Blondine (immer gut!). In der alles entscheidenden Schlacht helfen dann alte Navy-Veteranen-Opas tüchtig mit und zeigen dem jungen Volk mal, wie man das macht mit den Aliens. Es scheppert, kracht und explodiert so einiges. Sinn macht das nur manchmal, was für einen US-Sci-Fi-Actioner ja auch irgendwie okay ist. Filme mit Aliens und Rihanna sollten vielleicht nicht allzu sehr hinterfragt werden…

„Geben Sie mir irgendeinen Befehl! Ich weiß nicht, was ich tun soll!“
(rangniedriger Marinetölpel, der den Soldatenethos fein widerspiegelt)

Fazit:
Aufwendiger Werbefilm für die US-Navy mit hohem Sinnlos-Faktor. Auf seine Weise trotzdem unterhaltsam.

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