Review

Kurz bevor uns Hollywood nun endgültig den Untergang des Drehbuchuniversums mittels einer fröhlichen Tetris-Verfilmung kredenzt, mache ich mich mit dreijähriger Verspätung doch noch an eine widerwillige Verkostung von Peter Bergs „Battleship“, mit dem Hasbro nach ihren Transformers-Spielfiguren mit dem lustigen „Schiffe versenken“-Steckspiel ganz doll Kasse machen wollte.

Naja, alles kann man nun auch nicht haben, da kann das Teil noch so gut auf diesem Planeten laufen und flotte 300 Millionen machen, wenn das Budget allein davon zwei Drittel beträgt, dann sieht es mit einem Sequel im Anschluß eher mau aus. Und bisher sind wir von der Plotte dann auch verschont geblieben.

Worum es geht? Im Wesentlichen um die Gefahren von Jodie Fosters „Contact“, denn statt freundlicher Alien-Daddies schicken die Fremdwesen hier auf Zuruf gleich mal eine Vorabarmee großformatiger Maschinenwesen, die natürlich nur gaaaaaanz zufällig so ähnlich ausschauen wie die Transformers. Besetzt sind sie von irgendwelchen biomechanischen Strolchen, von denen man bis zum guten Schluß nicht weiß, warum sie auf unserem Planeten alles zu Klump hauen wollen bzw. warum sie es meistens auf jegliche Form von Technik abgesehen haben. Alles was brav nur mit Gewehr bei Fuß steht, wird erstmal in Ruhe gelassen.
Aber das ist ja auch nur der Spähtrupp, der soll ja nur den Weg freimachen für außerirdische Maschinenzivilisationen, Volksbanken und Darlehenskassen.

Im Weg steht ihnen dabei nur der degenerierte Bekannte des Vetters vom Schwippschwager Tom Cruises aus „Top Gun“, der hier 50 Prozent der Filmlänge gar nichts gebacken bekommt. In der wohl lächerlichsten Heldeneinführung aller Zeiten demoliert unser Knuffel einen bereits verschlossenen Supermarkt, weil er einer blonden Tussi wegen Aussicht auf ihre stattlichen Milchtüten einen Chicken Burrito besorgen will. Anschließend wird er zur Navy geschleift, wo er sich auch nicht gerade mit Ruhm überschüttet und mit Beginn des Restplots auf Pearl Harbor ein Fußballmatch (wieso versuchen sich die Amis eigentlich an sowas…?) gegen die Japaner versemmelt. Der asiatisch radebrechende Widersacher wird dann auch noch im Klo auf die Omme gekloppt und sorgt für den anstehenden Rausschmiß aus dem Staatsdienst, aber – deus ex machina – da sei Optimus Secundus aus dem All vor, das er sich da nicht noch bewähren kann.

Aber Momääääänt….das tut er ja gar nicht. Bis ihm endlich eine gute Idee kommt, sorgt er a) dafür daß die Aliens seine Leute als taktische Ziele wahrnehmen und somit b) das drei Kriegsschiffe samt seines Bruders pulverisiert werden. Anschließend hätte er auch die letzten Nebendarsteller noch zur Hölle gejagt, aber zum Glück ist da ja noch der besonnene Asiamann, der seine Uniform nicht ohne Grund trägt (und den Film dazu) – schließlich ist Japan bei Spieleverfilmungen eine dankbare Einnahmequelle.

Schlimmer als diese Kackbratze, die von Taylor Kitsch mit sagenhafter Talentlosigkeit gespielt wird, ist nur noch der sonst so heiße Poplappen Rihanna, die hier tatsächlich eine Navy-Marine-Bordschützin geben soll, was ihr sowas von gar nicht gelingt. Nebenbei leistet Scheck-Rentenempfänger Liam Neeson noch 15 Filmminuten an Starpower ab, die übrigens auch von einem weniger Prominenten aus der Hüfte geschossen werden konnten.

Ach ja, die Blonde kriegt er natürlich, nachdem die sich mit einem amputierten Veteranen (social message!!!) und einem Computergeek (so ziemlich das Blödeste aus dieser Menschenschlaguntergruppierung, was je im Kino zu sehen war) herumgeschlagen hat.

Spaß macht da ggf. noch die Abteilung Trickeffekte, die reichlich zu sprengen und zu programmieren hatte und den Job recht ordentlich erledigt. Auch sorgt der übliche Revenge-Effekt, der hier mal dreist aus „ID4“ entliehen wurde, für brauchbaren Spaß – wenn auch die Idee, die Aliens mit einer Horde Veteranenoldtimer zu schlagen eher Michael-Bay-Land ist, wo das Lächerliche Beständigkeit und Glück ausdrückt.

Witzigerweise ist diese Heroismus-Soße ausgerechnet in den Staaten nicht gut angekommen, vielleicht weil Tadanobu Asano hier der Einzige ist, der einen Hauch von Kompetenz ausspielen darf, da haben die Amis immer noch WW2-Resentiments am Laufen.

Das Positivste, was zu sagen wäre, ist, daß man das nicht a la Bay überproduziert und endlos in die Länge gezogen hat und alle 15 Minuten mal ein Schmunzler dabei ist – wenn der nicht ständig auf Kosten des Helden gehen würde. Faktisch empfehlenswert für alle ab 12 und genau bis 13, in dieser Zielgruppe aber echt der Hammer. (3,5/10)

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