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"Wenn man in so einer Umgebung groß wird lernt man schnell, dass man lauter als alle anderen sein muss, wenn man gehört werden will."

Sean (Ryan Guzman) arbeitet als Kellner in der Hotelkette von William Anderson (Peter Gallagher). Seine wahre Leidenschaft und Hingabe gilt jedoch dem Tanz. Mit seiner Crew "The Mob" veranstaltet er immer wieder tänzerische Flashmobs auf den Straßen Miami's und wandelt damit am Rande der Legalität. Um einen Wettbewerb zu gewinnen stellt die Crew die aufgenommenen Videos bei Youtube ein.
Sean lernt Emily (Kathryn McCormick) kennen, verliebt sich in sie und nimmt sie in die Crew auf. Emily ist jedoch Anderson's Tochter, der plant, das ärmliche Viertel, in dem Sean lebt, mit weiteren Hotels zu besetzen.

Selten schafft es ein Tanzfilm so viel Aufmerksamkeit und Anerkennung auf sich zu ziehen, dass sich ein Nachfolger bildet. Im Falle der "Step Up"-Reihe halfen wohl die zahlreichen Änderungen von Film zu Film, die jeden Teil individuell erscheinen ließen und sich an der Formel, attraktive Hauptcharaktere in einer klischeehaften aber angenehm konsumierbaren Handlung zu phänomenalen Tanzszenen zu präsentieren, orientierten. Zumindest bislang, denn "Step Up: Miami Heat" enthält sehr wenig der angegebenen positiven Elemente.

Teil 4 der Reihe setzt selbstverständlich erneut auf schöne und gut trainierte junge Menschen, die zu diesmal sehr elektrolastiger Musik so häufig wie möglich in Solo- und Gruppentänzen performen. Dass die Handlung dabei eine Randerscheinung bleibt und mit Klischees und Kitsch trumpft, ist schon eine obligatorische Sache. Diesmal ist der Rahmen allerdings so abgehoben und durchgestylt, dass die Glaubwürdigkeit komplett auf der Strecke bleibt. Und dies obwohl sich die eingebundene Kritik am Kapitalismus als erfrischend heraus stellt. Die gleiche Mär der einfachen jungen Leute, die niederwertigen Jobs nachgehen und in einer leicht heruntergekommenen Umgebung hausen, die optisch jedoch keine Ansätze von Verschmutzung vorweist, erweist sich als vorhersehbar und langweilig.

Dieses Problem kompensiert der Tanzfilm für gewöhnlich mit Sympathiefiguren, mit denen sich das üblicherweise jüngere Publikum schnell identifizieren kann. Statt wie in Teil 3 bekannte Charaktere weiter auszubauen, widmet sich "Step Up: Miami Heat" neuen Figuren, die nicht in Erinnerung bleiben.
Keine Frage, sie können tanzen, sind ansehlich und verfügen über einen erotisch ausstaffierten Körperbau. Aber es fällt schwer, sich diesen stets oberflächlich präsentierten Figuren zu nähern. Der Mangel an Intimität ist es, was Teil 4 der Reihe zum größten Verhängnis wird. Das konnten die direkten, weniger weltfremden, Vorgänger erheblich besser.

Die Choreographien sind ansehlich, jedoch nicht beeindruckend. Der Mischung aus Breakdance, Popping sowie Locking, sprich einem mechanischen Tanzstil, fehlt es sicher nicht an Dynamik. Häufig erwartet man aber spektakulärere Moves und auch die Abwechslung kommt etwas kurz.

Die Chemie zwischen den Jungstars Ryan Guzman und Kathryn McCormick stimmt, was die Romanze zwischen ihnen abnehmbar macht und gleichzeitig das kaum vorhandene Schauspieltalent kompensiert. Abseits von diesen fällt niemand außer Peter Gallagher ("American Beauty", "Burlesque") auf. Und dieser auch nur, da er aus Nebenrollen bekannt ist.

Schön wäre es gewesen, wenn "Step Up: Miami Heat" das Niveau von Teil 2 und 3 der Reihe gehalten hätte. Im Vergleich zu diesen fallen aber vor allem die fehlenden, sympathischen Figuren sowie die unspektakulären Choreographien auf. Erst zum Schluss erhalten beliebte Charaktere aus den Vorgängern eine Bedeutung. Da Handlung und Schauspieler auf das übliche Tanzfilm-Niveau zugeschnitten sind, ist Teil 4 der Reihe nicht nur der langwierigste, sondern auch ein Ausfall gegenüber der sonstigen Konkurrenz.

2 / 10

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