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Was kann man dazu noch schreiben? Der neben „Der unsichtbare Dritte“ und dem „Fenster zum Hof“ wohl bekannteste und beste Film von Alfred Hitchcock mit der am häufigsten zitierten Dusch-Szene der Filmgeschichte ist mittlerweile Kult und ein Klassiker des Psychothrillers (daher wahrscheinlich auch der Titel). Anthony Perkins spielte hier wohl die beste Rolle seiner unbedeutenden und ansonsten eher belanglosen Filmkarriere. Desweiteren setzte die Dusch-Szene einen technischen Meilenstein in puncto Kameraführung.
Aber es bleibt kritisch zu bemerken, dass auch „Psycho“ 3 recht miese Fortsetzungen und ein einfach nur schlechtes (quasi) 1:1-Remake nach sich zog. Selbiges hieß dann auch „Psycho“, Regie führte „Good Will Hunting“-Regisseur Gus Van Sant, der beinahe jede Einstellung von dem grandiosen Original kopierte und letztendlich künstlerisch an den Abweichungen vom Original scheiterte.

Doch nun zur Story: Sekretärin Marion Crane (Janet Leigh) unterschlägt 40000 $ um mit ihrem Freund einen Neuanfang starten zu können. Auf der Fahrt zu ihm beginnt es zu regnen und Marion kommt von der Strasse ab. Sie übernachtet in Bates` Motel (dem mittlerweile wohl berühmtesten Motel der Filmgeschichte), dessen Eigentümer Norman Bates (Paraderolle des damals noch blutjungen Anthony Perkins) krankhaft von seiner Mutter besessen ist und Marion unter der Dusche ermordet. Ein Privatdetektiv wird eingeschaltet, der den Fall untersuchen soll. Als auch er sich nicht mehr meldet, stellen Marions Schwester und Marions Liebhaber auf eigene Faust Nachforschungen an und machen eine grausige Entdeckung in den Abgründen von Normans Seele…

Mehr soll hier nicht verraten werden, auch wenn den Film wohl mittlerweile fast jeder gesehen hat (haben sollte).
Wie schon erwähnt spielt Anthony Perkins den Psychopathen schlicht genial. Auch die Endsequenz auf der Polizeiwache wirkt nahezu beängstigt gut gespielt und die Auflösung ist psychologisch glaubhaft gelungen. Genauso klassisch wie der Film selbst ist die kongeniale Titelmusik von Hitchcock-Komponist Bernard Herrmann, welche später u.a. in dem Splatter-Film „Re-Animator“ wieder verwendet wurde.
Hitchcock wusste die Optionen und die Möglichkeiten, welche ein Schwarz-Weiß-Film hinsichtlich Licht-Schatten-Effekte liefert geschickt zu nutzen und in eine grandiose und stimmige Bildsprache umzusetzen. Das verstärkt noch die ohnehin schon beklemmende Wirkung des Films. Einziger Wermutstropfen: mir ist dieses Mal kein Gastauftritt des Maestros aufgefallen.

„Psycho“ ist schlicht und ergreifend ein Klassiker der Filmgeschichte und meiner Meinung nach der erste Psychothriller überhaupt, der stilbildend für schwächere Nachfolgefilme fungierte. Bis heute hat der Film nichts von seiner verstörenden und abgründigen Stimmung verloren, einzig die Dialoge wirken etwas angegraut.

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