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"Das war wohl nen Tick zuviel."

John Bennett (Mark Wahlberg) ist als Kind ein Außenseiter und hat keine Freunde. Zu Weihnachten bekommt er einen Teddybären und wünscht sich daraufhin nichts sehnlicher, als dass dieser lebendig und ein richtiger Freund wird. Tatsächlich wird sein Wunsch erfüllt und der Teddybär lebt fortan als lebendige und berühmte Person unter dem Namen Ted.
Jahre später ist John als Kraftfahrzeugsverkäufer tätig und wohnt mit seiner Freundin Lori Collins (Mila Kunis) zusammen in einer Wohnung. Sein bester Freund ist nach wie vor Ted, der ebenso in der Wohnung haust. Ganz zum missfallen von Lori, denn diese ist der Meinung, dass der unter unter Drogen- und Alkoholproblemen leidende Ted mit seinen Sex-Eskapaden schlechten Einfluss auf John hat. Als Ted es einmal mehr auf die Spitze treibt, hat Lori genug von ihm und stellt John vor die Wahl, mit ihm oder ihr alleinig zusammen zu leben.

Männer brauchen länger um erwachsen zu werden. Diesen Grundsatz nehmen sich zahlreiche Komödien und stellen das starke Geschlecht gerne als garnicht so stark dar. Bei "Ted" ist dies ähnlich. Das außergewöhnliche an dem Film ist allerdings sein sehr spezieller Humor und dessen Protagonist.

Der wahre Star der Geschichte ist freilich der künstlich geschaffene Titelheld, der durch aufwendige Computertricks zum Leben erweckt worden ist und ein wenig zurückhaltendes Mundwerk spendiert bekommen hat. Auch dessen bester, menschlicher Freund John erhält eine ähnlich zügellose Charakterisierung, die allerdings durch einen Wandel greifbarer ist.

Abseits der grundsätzlichen Idee enthält "Ted" inhaltlich die üblichen Zutaten. Das Strapazieren einer Beziehung, dessen Bruch, Gefahrensituationen sowie die obligatorische Versöhnung. Neben skurriler Momente hangelt sich die brachiale Romantikkomödie also nur durch ein vorhersehbares Handlungskonstrukt und lässt so manchen Nebenplot gerne im Sand verlaufen.

Einige der auf Ethnizität, Arbeitswelt und Körperausscheidungen fokussierten Gags sitzen, die Mehrzahl allerdings nicht. Der pubertäre Humor verliert vor allem dann seinen Charme, wenn er sich wiederholt oder die Grenzen guten Geschmacks weit überschreitet. Wenn zum Beispiel eine Prostituierte bei einer besonders heiteren Runde Wahrheit oder Pflicht ihre Pflicht zu ernst genommen und ihren Darm auf dem Wohnzimmerteppich entleert hat, mag die Situation auf den ersten Blick grenzwertig ekelig-komisch sein. Im weiteren Verlauf dehnt sich die Situation allerdings zu einer hysterischen Säuberungsaktion aus, die den Bogen schlicht überspannt.

Die Darsteller sind eher zweckmäßig gewählt. Mark Wahlberg ("The Fighter", "The Happening") sowie seine Film-Partnerin Mila Kunis ("Black Swan", "Die fantastische Welt von Oz") harmonieren, bieten allerdings sonst keine schauspielerischen Höhen.

"Ted" ist etwas arg strapazierend in der Präsentation seiner Gags. Der Brachialhumor ist ohnehin schon sehr speziell und wird öfters ohne Feingefühl dem Publikum um die Ohren gehauen. Somit gehen viele Lacher verloren. Eher zu Beginn funktionieren Witz und Erzählweise Dank einer innovativen Figur. Abseits dessen bietet der Film eine abgenutzte Geschichte mit üblicher Figurenkonstellation und ohne Überraschungen. Und die Animation von Tieren abseits des Teddybären hätte man sich hier durchaus sparen können.

4 / 10

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