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Annähernd jeder, der schon mal im Urlaub in Indonesien, insbesondere auf Bali verbracht hat, dürfte eine dieser populären Holzmasken als Souvenir zurückgeschleppt haben, vielleicht, ohne sich überhaupt derer Bedeutung bewusst zu sein. Vielleicht gab es kurz darauf zehn Kinder (ohne Empfängnis), eine todbringende Seuche oder unerwarteten Reichtum, - die Masken sind auf jeden Fall schuld.
Schuldig ist allerdings auch Regisseur Stasch Radwanski Jr., der aus der brauchbaren Prämisse einen recht albernen Klüngel mit mangelnden Spannungsmomenten zusammenkleisterte.

Eine verlassene Winterlandschaft im kanadischen Hinterland: Professor Elkin erhält zwei balinesische Artefakte, die sich als Fälschung herausstellen, kurz darauf wird Elkins Leiche im Schnee gefunden. Als seine Tochter Charlize anreist und auf den stoischen und gleichermaßen bodenständigen Cop Cooper trifft, werden alsbald weitere Menschen vermisst, während ein Schmuggelkartell schon im Hintergrund lauert, jedoch nicht mit der Allmacht der indonesischen schwarzen Hexe Rangda rechnet…

Die verschneite einsame Schneeidylle verspricht zunächst ein wenig eisige Atmosphäre und kühlen Thrill, als der Professor seine Lieferung untersucht und hinaus geht, um sich für ein einlenkendes Ritual vorzubereiten. Doch als die Bedrohung kurz darauf komplett sichtbar wird, fühlt man sich wie beim Kinderkarneval. Zwei schmächtige Gestalten mit recht weiten Klamotten tragen jene bekannte Holzmaske über dem Gesicht und bewegen sich kaum, - das ist nicht in Ansätzen gruselig, sondern völlig armselig in Sachen Kreativität und Gespür für Stimmung.

Dass sich daraus kaum mehr eine spannende Handlung entwickeln kann, wird von den hölzernen Mimen und ihren eindimensionalen Dialogen genauso untermauert wie durch das mangelnde Timing und dem nicht vorhandenen Gespür fürs Wesentliche.
So werden diverse Ableben uninspiriert und viel zu hektisch abgearbeitet, wobei nicht viel mehr als ein angedeuteter Kehlenschnitt und eine Krallenhand im Hals auszumachen ist.
Demgegenüber gestalten sich einige Treffen zweitrangiger Nebenfiguren unglaublich zäh und oftmals auch redundant, während die potentiellen Helden nicht sonderlich sympathisch in Szene gesetzt werden.

Zudem verlässt die Erzählung im letzten Drittel zusehends die Dämonenlinie, um die Machenschaften des Kartells stärker einzubringen, was völlig nach hinten losgeht, da auch hier selbstverständlich weder ein charismatischer Bösewicht, noch irgendeine storytechnische Pointe ins Spiel gebracht werden kann.
Zwar erhöht sich das Tempo zum Finale kurzfristig und die schwarze Hexe absolviert noch einen tricktechnisch halbwegs passablen Auftritt, doch die dialoglastigen Szenen nach dem eigentlichen Showdown hätte man sich schenken können, da es ohnehin nur um einen müden Abschlussgag ging.

Müde wirkt indes die komplette Produktion, selbst die eindimensionalen Totalen der Winterlandschaften intensivieren keine Stimmung, wenn sie nicht wenigstens einmal variieren. Wohlwollend könnte man noch den leicht indonesisch klingenden Score mit Gongspiel und Holzxylophon erwähnen, welcher zumindest mit dem Hauptthema ein paar markante Töne abliefert, doch der Rest ist durch die Bank vergessenswert.
Unspannende Ableben, lächerlich in Szene gesetzte Dämonen, halbgare Figurenzeichnungen und eine durchweg mangelhafte Dramaturgie führen schließlich zu dem Ergebnis, dass selbst eine Bihunsuppe interessantere Zutaten enthält, als diese lahm aufgezogene Tölpelei, welche selbst für Trashfans nicht den geringsten Schmunzelfaktor bereithält.
2,5 von 10

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