Verquaster Genre-Mix trifft auf exotische Mythologie
Man lässt nichts unversucht, um irgendwelche Filmlücken zu versiegen.Das dachte sich auch Stasch Radwanski Jr. und drehte mal drauf los. Dazu nutzte er eine verschneite kanadische Landschaft, unbekannte Schauspieler und vor allem eine recht seltsame Genremischung, die eher zum Gähnen anregen sollte, als Unterhaltungswert zu liefern. Somit landete dieser unterirdische Streifen direkt im DVD-Regal und erlebte bis dato sonst keinerlei Auswertung mehr. Wen verwundert dies noch?
Rufus Elkin, ein alternder Völkerkundler, der zurückgezogen auf einer kanadischen Insel lebt, erhält eine Kiste voller indonesischer Statuetten, Masken und Diamanten. Kurz darauf verstirbt er auf mysteriöse Weise. Seine Enkelin Charlize soll den Leichnam identifizieren. Doch schon bald überschatten seltsame Dinge und Morde den ganzen Platz. Zusammen mit dem Polizisten Gord Cooper untersucht sie die Phänomene. Dann gesellen sich noch terroristische Schmuggler dazu, die scharf auf die Diamanten sind, die auch noch radioaktiv verstrahlt sind.
Ein recht unattraktiver, improvisiert wirkender C-Streifen, der nicht nur einen unbekannten Cast aufwirft, sondern auch recht viele Fragen, die nie beantwortet werden sollen. Der behäbige Plot spielt sich auf einem Gelände ab und kommt recht lahm in die Gänge, zumal er zu gemächlich an die Substanz herangeht. Auch die Schauspielerei grenzt schon an Arbeitsverweigerung; die Schauspieler müde und lustlos. Auch effektemässig hat man rumgegeizt. So dürfen ab und an die Vogelscheuchenhaften Dämonenmaskenkreaturen, die mehr albern erscheinen, in der verschneiten Landschaft Kanadas herumstehen, blöd durch die Gegend glotzen, auf Rollen umherdrehen, oder hier mal eine zuckende Hand hinter dem Baum hervorspriessen lassen. Dazu nervt überlaute Dauergebimmelmusik, die Ohrenentzündungen hervorrufen kann. Immerhin wird in diesem trüben Wirrwarr Tumult viel Geschwafel aufgeschaufelt, somit verkommt der kuriose und schäbige Genremix aus Krimithriller und Mythologiegrusel zu einer dialoglastigen TV-Schmonzette, lieblos zusammengewürfelt, mit recht zweifelhaftem Charakter über Radioaktivität, Diamantenschmuggler und Fastnachtsfiguren, die mal hier ein wenig Hand anlegen dürfen, um unsympathische Nebenfiguren aus dem Weg zu räumen. Dabei wird neben den fast schon mageren und limitierten Kills, die Spannungsschraube nicht gerade angezogen. Immerhin wusste man nicht so genau, was der Film werden sollte und so fungiert er immerhin als trister Hybrid zwischen den Welten.
Ein lahmer und behäbiger Unterallergütesiegel abgekurbelter Billigstreifen ohne Charme und schauspielerischer Extraklasse. Nur schwer ertragbar und eben quälend spannend. Am besten gleich wieder in die verstaubte Gruselkiste zurückpacken und vergessen.
Ist die FSK:16 Freigabe gerechtfertigt? Ja, es passiert zu wenig, um ihn als nicht jugendfrei einzuordnen. Zwei, drei schäbig blutige Morde machen noch lange keinen brutalen Überflieger.