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"Ich sehe tote Menschen!" gehört wohl zu den populärsten Filmzitaten der Neuzeit, was im Zuge des grandiosen "The Sixth Sense" und dem genialen Twist auch nicht weiter verwundert.
Nun gibt es Filmemacher wie Douglas Elford-Argent, die Ähnliches auf die Beine stellen möchten, jedoch wenig Kleingeld besitzen und mit Schwester oder Ehefrau auch nicht die hellste Leuchte in Sachen Drehbuch im Gepäck haben. Herausgekommen ist ein Thriller mit paranormalen Anleihen, der in nahezu allen Belangen versagt.

Schülerin Christy hat Visionen: Ihr begegnet der Geist eines toten Jungen und gleichzeitig leidet sie unter Alpträumen, in denen kommende Ableben diverser Mitschüler vorkommen.
Während der Streit unter den hiesigen Eishockey-Spielern zu eskalieren droht, weiß Christy im Zuge polizeilicher Ermittlungen und Umgebung scheinbar bester Freunde bald nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann...

Das niedrige Budget macht sich leider innerhalb der ersten Minuten bemerkbar, denn sogleich fallen die austauschbaren Lokalitäten, die überwiegend schwachen Mimen und das gerade noch zweckdienliche Handwerk negativ auf. Die Figurenzeichnungen sind lahm, da die vermeintliche Heldin Christy zwar mit einem vagen Love Interest anbandelt, jedoch zu wenig Background erhält: Vater gestorben, Besuch bei einem befreundeten Parapsychologen, welcher ihr ein besonderes Talent zuspricht, - doch dieses besteht lediglich aus dramaturgisch unpassend eingebundenen Flashbacks, einem halbwegs passabel in Szene gesetzten Geist und irgendwelchen geistigen Irritationen, welche den Betrachter aufgrund mangelnder Spannung schon bald nicht mehr interessieren.

Die FSK18 wirkt bezüglich eines harmlosen Kehlenschnittes beinahe lachhaft, gleiches gilt für die minderbemittelte Synchro. Immerhin geht der Twist in Ordnung, doch der rettet die 84 Minuten Laufzeit nicht vor mangelnder Kreativität und ausbleibender Schauwerte.
Ein völlig harmloses Whodunit kaschiert nicht den weitgehend vorhersehbaren Storyverlauf, die oberflächlich abgearbeiteten Genrekonventionen und die Unentschlossenheit, zwischen Paranormalem und Thriller besondere Akzente setzen zu wollen.
Kurzum: Eine wirkliche Anomalie wäre in jeder Hinsicht wünschenswert gewesen...
3 von 10

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