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Gerade feiert die Space Needle als Wahrzeichen von Seattle fünfzigjähriges Bestehen, kommen prompt Leutchen von SyFy auf den Gedanken, sie mittels einer Naturkatastrophe dem Erdboden gleich zu machen, was bei dem hinweisgebenden Titel, inklusive Cover auch kaum anders zu erwarten war. Originalität ist ohnedies kein Markenzeichen der einschlägigen Produktionsfirma, allerdings langt schon eine technisch solide Umsetzung mit brauchbarem Tempo.

Eine Patchworkfamilie mit vier überdurchschnittlich klugen Personen steht im Mittelpunkt des Geschehens: Lieutenant Commander Emma und ihre Tochter Chloe, - ein Hippiemädchen, Umweltaktivistin und Bio-Chemie-Studentin und auf der anderen Seite NASA-Forscher Tom mit seinem Sohn Wyatt, der zumindest etwas von Legierungen und Autos versteht.
Diese vier müssen mithilfe einiger Randfiguren versuchen, den Untergang Seattles zu verhindern, denn eine außergewöhnliche chemische Verbindung sorgt derweil für zahlreiche Blitzeinschläge, Erdbeben und Tornados…

Natürlich stammen die Figurenzeichnungen wieder vom Reißbrett für Katastrophenfilme, denn für mehr bleibt bei einer Fließbandproduktion keine Zeit. Bezeichnenderweise streiten die Stiefgeschwister zu Beginn so sehr, dass die zukünftige Ehe ihrer Erziehungsbeauftragten infrage gestellt wird, was aufgrund vieler prekärer Situationen natürlich ins Gegenteil umschlägt und gegen Ende sogar reichlich nervt, wenn die plötzlich gewonnene Nächstenliebe mit beinahe jedem Satz betont wird.

Positiv sind hingegen ein fast konstant hohes Erzähltempo und solide inszenierte Action zu vermelden, denn letztgenannte setzt bereits vorm Ende der Opening Credits ein und bietet trotz des überschaubaren Budgets recht annehmbare Effekte, was auch für die meteorologischen Kapriolen gilt, da zahlreiche Blitzeinschläge, düstere Wolken über der Stadt, einige kleinere und größere Tornados und chemische Reaktionen in Form von schwarzen Rauchbahnen ganz okay gestaltet sind.

Der Storyverlauf gleicht hingegen einer bunt zusammen gewürfelten Klischeeszenerie mit einigen Albernheiten. So gibt es erneut einen Querschläger von Oberbefehlshaber, dem nicht einmal in prekärer Situation der Mund gestopft wird, ein oller Russe mit Geigerzähler kann stundenlang in einer Hochsicherheitszone herumlaufen und jemand stirbt einen Heldentod, der aus rein mechanischen Gründen gar nicht nötig wäre. Dass final eine sechszehnjährige Göre die zündende Idee zur Rettung hat, fällt da fast schon nicht mehr ins Gewicht.

So stürzt also die Space Needle auf die Straßen Seattles, was auch gar nicht mal so übel umgesetzt ist und auch ansonsten können sich die eher unspektakulären Katastrophenmomente sehen lassen. Die austauschbare Geschichte, die in ihrer wissenschaftlichen Fundiertheit der Vorstellung eines Grundschulkindes ähnelt, ist zwar nicht gerade der Burner, doch die tauglichen Mimen und das hohe Maß an Bewegung kaschieren einige Mankos dieses passablen, aber auch nicht übermäßig empfehlenswerten TV-Streifens.
5,5 von 10

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