Auf dem Planeten Nimbus III ist der Teufel los. Ein ominöser Revoluzzer hat mit seiner sektenähnlichen Bewegung die Hauptstadt der Siedlungswelt besetzt. Das kann die Sternenflotte natürlich nicht so auf sich beruhen lassen und so entsendet man, wie immer wenn's an die heißen Kartoffeln geht, die gute alte Enterprise um die Angelegenheit wieder gerade zu biegen. Vor Ort angekommen, entpuppt sich der Fall allerdings verzwickter als gedacht. Denn der Rädelsführer der Aufrührer entpuppt sich als Spocks lang verschollener Halbbruder, der nicht nur auf die vulkanische Emotionslosigkeit gepflegt pfeift. Nein, der durchgedrehte Visionär hat sich zu allem Überfluß auch noch die Suche nach Gott höchstselbst auf die Fahnen geschrieben. Durch Geiselnahme des Außenteams um Kirk erpreßt sich der Wahnsinnige somit das Kommando über die NCC 1701 und gondelt frohen Mutes mit ihr der Barriere am Rande des Weltenraumes zu, an der bisher jedes Schiff gescheitert ist. Denn hinter ihr vermutet Sybok, so sein Name, den Schöpfer darselbst...
Ende der Achtzigerjahre machte sich die Enterprisebesatzung bereits zu ihrem fünften Abenteuer auf der Leinwand auf. Und das leider in diesem Falle mit sichtlichen Abnutzungserscheinungen. Da nützte es auch nichts mehr, dass hier William "Captain Kirk" Shatner persönlich nicht nur das Kommando auf der Schiffsbrücke, sondern auch auf dem Regiestuhl inne hatte. Wenn es nicht rückblickend vielleicht sogar kontraproduktiv war... Wie auch immer: Viel kaputtmachen konnte der angegraute Kirk-Darsteller allerdings hier auch nicht mehr, denn der Streifen krankt einfach schon am elementarsten Grundbaustein: Der Storyline. So recht scheint den Autoren hier Nichts mehr eingefallen zu sein. Alles wirkt ungelenk bemüht und besonders das Auftauchen eines bis dato völlig unbekannten Bruders von Spock ist schon arg an den Haaren herbeigezogen. Aber auch sonst macht der Film so ziemlich alles falsch, was auch nur irgendwie zu verbocken ist. Die für die Serie so typische, einnehmende Chemie zwischen den Enterprise-Offizieren wird sträflich vernachläßigt und kaum genutzt, dafür dürfen wir uns gelangweilt mitansehen, wie das Schiff die meiste Laufzeit ereignislos in Richtung der Barriere gondelt und sich Spock, Pille und Kirk derweil hingebungsvoll in endlosen Grundsatzdiskussionen um des Lebens Sinn, Selbstzweifeln und ähnlichen Schmonzetten ergehen, nur um sich dann wieder gegenseitig verbal "die Eier zu schaukeln" und sich so wieder aus ihren selbstsuggerierten Tiefs zu ziehen.
Zwischendurch interveniert dann naturalmente immer noch der (mich ohnehin tödlichst dauernde) unsägliche Villain Sybok, bereichert das zähe Trauerspiel allerdings auch nur um noch einige weitere Endlosverbalergüsse. Und überhaupt ist und bleibt der Mann als Bösewicht durchweg farb- und nutzlos. Sowohl im optischen Auftritt, als auch im (fast ausbleibenden) Handeln. Mehr als heiße Luft kommt aus seiner Ecke zu keinem Zeitpunkt. - Hat man sich dann endlich, bis hinter die ach so unüberwindbare Barriere durchgekämpft, taucht (sozusagen als "finaler Endgegner") nur eine weitere Fallstudie der Einfallslosigkeit, eine wabernde Lichtgestalt auf. Diese ist zwar nicht Gott, macht dafür aber um so mehr Tam Tam sowie Ärger. Klare Sache aber natürlich, dass man die Erscheinung letztendlich auch noch unterkriegt und das war's dann auch schon. Im Großen und Ganzen knappe zwei Stunden Leben Deprikreuzfahrt durch die Galaxis, die keinen bleibenden Eindruck beim Zuschauer, dafür aber unschöne Kratzer auf dem Ruhmeslack der legendären Star Trek-Saga hinterlaßen.
F A Z I T :
Eigentlich schien sich die Star Trek-Kinofilmreihe ja gut gefangen zu haben. Nach dem zugegebenermaßen grottigen ersten Teil folgte ein geniales Sequel, mit dem dritten Volume immerhin eine brauchbare Überleitung und der vierte Streich war wieder ein Kracher besten Enterprise-Flairs. Hier, beim fünften Streich um Kirk & Co., fragt man sich einfach nur ob's diesen Film denn nun wirklich unbedingt gebraucht hätte und fühlt als Fan unweigerlich den Wunsch in sich aufkeimen, ihn mit Stumpf und Stiel aus der Filmreihe tilgen zu können. Denn weder ist er storytechnisch mit den übrigen Teilen in irgendeiner Weise verbunden, noch lohnt es sich aus welchem Blickwinkel auch immer betrachtet anderweitig, sich dieses Machwerk anzusehen. Da retten auch die für die Entstehungszeit tricktechnisch passablen Effekte (ohnehin spärlich gesäht) Nichts mehr.
Denn in diesem Streifen passiert einfach zu wenig. Endlose Philosophiererei untereinander sowie mit dem Gegner ist nicht unbedingt das, was geeignet ist um einen Film dieser Länge adäquat und interessant auszufüllen. Zumal wenn mit Actionpassagen dermaßen gegeizt wird und auch Humor sowieso von Vorneherein gar völlig abstinent bleibt. Star Trek V - The final frontier hat schlichtweg Nichts aufzubieten als den klangvollen Namen der bekannten Reihe. Shatner hätte definitiv lieber mal die Griffel vom Regisseurszepter lassen sollen. - Gott sei Dank schob man einige Zeit später noch einen um Welten besseren, sechsten Film als Abschluß nach, so dass die Reihe nicht mit dieser halbgaren Entgleisung ein unwürdiges Ende nehmen mußte.