Nachdem Leonard Nimoy bei den letzten beiden Teilen der Filmreihe Regie führte, wollte William Shatner auch mal. Rausgekommen ist dabei einer der schwächsten Einträge in die Serie, in „The Final Frontier“ begibt sich die Crew der Enterprise auf die Suche nach Spiritualität und religiösen Ursprüngen. Nicht ganz freiwillig, der Vulkanier Sybok überzeugt Schiff und Crew auf seine Weise, dieser Idee zu folgen und so steuern allesamt auf das Zentrum der Galaxis und die große Barriere zu.
Das Skript bietet zwar ein paar gelungene Momente mit dem zentralen Trio, die Geschichte um Syboks Suche entwickelt sich aber eher albern, wenn das Finale auch eine recht kultige Frage generiert. Doch der Weg dahin mit dem Sektenführer und seiner Visualisierung mancher Pein macht wenig her und das Einsteigen der dadurch dusselig wirkenden Charaktere auf sein Wirken wenig Sinn. Wie das funktioniert bleibt vage, die Erleuchtung verblasst auch bemerkenswert schnell, wenn die Geschichte es später so braucht. Rund läuft das Ganze nicht und es wirkt auch mal so, als ob zwischen zwei Szenen eine fehlt. Der erzählerische Flickenteppich lässt so manche Lesart zu, von Religionskritik bis zum Selbstfindungstrip, am Ende weiß weder das Skript noch das Publikum über die Intentionen Bescheid. Oder über das, was man letztlich gefunden hat.
Zu alledem sieht „The Final Frontier“ nicht besonders aus. Die Crew darf eine ganze Weile in faden Klamotten herumlaufen, es gibt wenig ansprechend inszenierte Action (Attacke auf Paradise City), die Kulissen wirken teils billig und die visuellen Effekte ebenso. Der Film wirkt insgesamt auffallend günstig.
Was allerdings oft funktioniert ist das zentrale Trio. Kirk, Spock und McCoy haben ein paar schöne Momente, Frotzeleien und Dialoge, die Chemie stimmt. Daneben zieht sich Scotty trotz mancher Albernheit noch am besten aus der Affäre. Uhura macht sich mit ihrer Tanzeinlage zum Obst, Sulu und Chekov bleiben eher unbemerkt. Sybok und seine Kultisten geben wenig spannende Gegenspieler ab, man macht aber aus den Figuren und der Konstellation generell recht wenig. Mehr gibt es da auf die Ohren, auf den Score von Jerry Goldsmith ist Verlass, er und das Helden-Triumvirat retten „The Final Frontier“ vor dem kompletten Absturz.
„I miss my old chair.“
Am Ende fühlt es sich an wie eine überlange Folge aus TOS. Aber keine von den Guten.