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Wenn es um Tabubruch und Mediengewalt geht, steht Snuff so ziemlich an der Spitze und wird immer mal wieder von Regisseuren aufgegriffen, um damit eine Mischung aus Faszination und Ekel auszulösen. Was Autor und Regisseur Elias daraus gebastelt hat, löst demgegenüber sanften Schlummer aus.

Tom ist rundum gelangweilt: Frau und Tochter erwecken nur noch vages Interesse, der Büroalltag mit Jugendfreund Dan ödet an und auch sonst fehlen dem Mittdreißiger die Reize.
Eines Abends treffen sich die Kumpels bei Dan, der einen Snuff-Clip präsentiert, woraufhin beide Männer wie besessen von der Gewalt sind. Dan kapselt sich zusehends von der Außenwelt ab und bestellt schon bald ein weiteres Video...

Die Inszenierung tendiert ein wenig in Richtung Arthouse, doch für ein kunstvolles Werk fehlt es an allen Ecken und Enden. Die Mimen performen weitgehend ausdruckslos, die Dialoge kommen oftmals wenig glaubwürdig rüber, die statische Kamera fängt zumeist nur gähnende Leere ein und rund zwei Drittel der Szenen bestehen aus inhaltslosen Momentaufnahmen, die sich allesamt wie übrig gebliebenes Material anfühlen. Denn es trägt wenig zur Handlung bei, wenn die Tochter einige Male im Park mit einem Hund spielt, Tom für drei Sekunden joggt oder sich nach dem Duschen nachdenklich abtrocknet.

Zwar werden die Folgen der Sichtung von Snuff zusehends in den Fokus gerückt, doch Gorehounds erhalten lediglich eine erwähnenswerte Einstellung, die sich inszenatorisch durchaus sehen lassen kann, - der Rest ist der breit gefächerten Phantasie des Betrachters überlassen, da man als Reaktion nur die Gesichter der beiden Männer sieht.

Die Produktion fühlt sich nicht nur billig an, sie sieht auch danach aus.
Die kargen Büroräume wirken wie Relikte aus den Sechszigern, die ewigen Aufenthalte mittags im Diner langweilen ebenfalls und auch die sterilen Behausungen der beiden Hauptfiguren wirken nicht gerade lebensnah eingerichtet. So macht sich bereits nach wenigen Minuten eine Lethargie breit, die nur selten von handlungsrelevanten Szenen unterbrochen wird, etwa, als die Kerle in Streit geraten oder gegen Ende tatsächlich für den Bruchteil eines Momentes Spannung aufkommt.

Der leicht experimentell angehauchte Score passt durchaus zum Geschehen und unterstützt die merkwürdige Atmosphäre und die Intention des Autors Elias ist auch in Ansätzen erkennbar, doch mit einer derart lahmarschigen und gleichermaßen selbstverliebten Inszenierung dürfte er nur einen Bruchteil des Publikums bewegen, - der Rest dürfte aufgrund nichtiger Handlung und der Aneinanderreihung belangloser Szenen ohnehin vorzeitig abwinken.
2,5 von 10

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