Ein einfacher Würfel ist nach „Cube“ nicht mehr genug, also hetzt die Fortsetzung die Protagonisten durch den „Hypercube“.
Das Szenario ist fast das Gleiche wie im Vorgänger: Eine Horde sich wildfremder Menschen wacht in einem aus Würfeln bestehenden Komplex auf, niemand weiß wie er dort hinkommt und alle versuchen den Weg nach draußen zu finden. Dieses Mal ist es jedoch ein „Hypercube“, der vierdimensional ist, was die Sache noch komplizierter macht…
„Hypercube“ versucht eine der Schwächen des Vorgängers auszubügeln und bringt ein wenig Licht ins Backstorydunkel: Die dieses Mal inhaftierten haben alle auf die eine oder andere Weise mit dem erschaffenen Gebilde zu tun und zum Schluss wird sogar noch ein wenig erklärt, wer hinter der ganzen Chose steckt. Einiges bleibt zwar immer noch offen (z.B. die Frage, warum man überhaupt Menschen in derartige Gebilde proppt), zumindest in dieser Hinsicht wirkt „Hypercube“ etwas runder als der Vorgänger.
Leider ist der Film in etlichen Punkten schwächer als der Vorgänger, da man dessen simplen Schema, dem nackten Überlebenskampf nur noch halbherzig folgt. Fallen gibt es nicht mehr in vielen Räumen, sondern nur noch ganz selten (und jetzt werden sie durch ziemlich schlechte CGI-Effekte dargestellt). Stattdessen wird die erste Hälfte nur mit Gelaber über die Charaktere und den Kubus zugebracht, doch sonderlich interessant ist das nicht. Zum einen bleiben die Figuren genauso unzugänglich wie im Vorgänger (trotz etwas erweiterter Hintergrundgeschichte), aber hier wirken sie teilweise austauschbar, wo im Vorgänger jeder noch seine Funktion (Mathematikerin, Kraftmensch usw.) hatte. So wirkt hier auch das Ausrasten eines der Eingeschlossenen deutlich weniger glaubwürdig als im Vorgänger.
Zudem mag die Idee mit der vierten Dimension ja ganz nett sein, doch hier wird sie als Universalentschuldigung genutzt: Die Räume können sich teleportieren, die Zeit läuft in einigen Räumen unterschiedlich schnell ab usw. Gehört halt alles zur vierten Dimension, auch wenn der Film nie klarstellt, was diese genau darstellen soll bzw. was ihre Gesetzmäßigkeiten sind. Auch die Anzahl der Puzzles ist hier deutlich gesenkt worden, es gibt nur noch ein Zahlenrätsel, das sich aber erfreulicherweise vom Vorgänger unterscheidet und so gegen Ende ein wenig überrascht.
Darstellerisch erweist sich „Hypercube“ als grundsolide, wobei auch hier wieder auf eine weitestgehende unbekannte Darstellerriege zurückgegriffen wurde. Wieder stellt die Schauspielerhorde nur rudimentär umrissene Charaktere dar, aber das klappt auch in der Fortsetzung ganz gut.
Letzten Endes bleibt eine relativ enttäuschende „Cube“-Fortsetzung, die das Erfolgsrezept kopiert und etwas mehr Hintergründe liefert, jedoch weitaus weniger spannend als der Vorgänger daherkommt, da man die Storyneuerungen eher störend als spannungsfördernd wirken.