Ein Mann (Matt Damon) wird mit zwei Kugeln im Rücken aus dem Meer gefischt. Er weiß nicht mehr wer er ist. Fischer päppeln ihn auf, und er macht sich auf die Suche nach seiner Identität. Dabei muss er feststellen, dass es einige Leute gibt, die es lieber gesehen hätten, wenn aus ihm Fischfutter geworden wäre…
Irgendwann nimmt er deshalb "Die Bourne Identität" an. Er hat in einem Schließfach viel Geld und einen Pass auf diesen Namen gefunden. Weil er nicht weiß ob es sein richtiger ist, ist er für ihn so gut wie jeder andere. Da er glaubt in Paris mehr über sich erfahren zu können, überredet er Marie (Franka Potente) mittels einer ansehnlichen Summe, ihn mit ihrem kleinen roten Mini Cooper zu fahren.
Was dann alles so passiert ist eigentlich nicht so wichtig. Es passiert das, was in jedem Spionage-Action-Thriller passiert. Ein paar Killer jagen einen armen Kerl, der eigentlich nichts dafür kann, Autos gehen bei rasanten Verfolgungsjagden zu Schrott, und eine Frau sorgt für die etwas gefühlsbetonte Komponente.
Doch das besondere an "Die Bourne Identität" (Remake von "Agent ohne Namen") ist, dass er gar nicht so besonders sein will. Denn da greift niemand nach der Weltherrschaft. Zudem kommt der Film auch ohne den großen Schockeffekten aus. Trotzdem kann einen die Story fesseln, und vor allem von den Protagonisten, denn weder die männliche noch die weibliche Hauptrolle wurde mit einem typischen Actionhelden besetzt.
Regisseur Doug Liman setzt den Schwerpunkt mehr auf die Charaktere und versucht nicht mit Pyrotechnik und Action zu blenden. Es gibt natürlich rasante Szenen und der Film hat die eine oder andere spektakuläre Actionsequenz parat, doch ich denke mal, das es nicht das Ziel Limas war, schneller, lauter und effektvoller zu sein als alles bisher da gewesene, sondern er überrascht und überzeugt mit ruhigen Momenten inmitten der ganzen Geschehnisse.
Die Schauspieler in diesem klasse Spionage-Action-Thriller bringen allesamt eine gute Leistung hervor. Matt Damon hat zwar schon in "Der Soldat James Ryan" gezeigt, das er klettern, kämpfen und kräftig rennen kann, aber ist eigentlich eher durch Psychothriller oder Dramen wie "Der talentierte Mr. Ripley" oder "Good Will Hunting" bekannt. Doch er hat genau die richtigen Vorraussetzungen, um einen Mann mit Gedächtnisverlust zu spielen. Denn er kann den nichts ahnenden und verblüfften richtig gut spielen, und auch das ausdruckslose Gesicht hat er vorzuweisen. Aus deutscher Sicht jedoch viel interessanter ist natürlich sein Co-Star Franka Potente ("Lola rennt", "Die Bourne Verschwörung"). Die Chemie zwischen den beiden stimmt, und sie holt aus ihrer Rolle alles heraus und zeigt eine klasse Leistung. Mit diesem Film hat sie bewiesen, dass sie durchaus mit ihren Hollywood-Kollegen mithalten kann.
Fazit: Regisseur Doug Liman ("Go", "O.C., California") hat mit "Die Bourne Identität" bewiesen, dass man den Spionagefilm weder neu erfinden noch weiter aufblähen muss, um einen Film zu drehen der spannend ist, den Schwerpunkt eher auf die Charaktere setzt, aber trotzdem auch ein paar klasse Actionszenen vorzuweisen hat.