Review

Als ich den Trailer mir damals aus dem Internet gezogen habe, war ich danach begeistert. Dieser setzt pur auf Tempo, zeigt Matt Damon beim Kämpfen und nebenbei scheint sich da auch noch eine ansehnliche Verschwörungsgeschichte dahinter zu verbergen.

Jetzt ist der Film da, und ich bin enttäuscht!
Und zwar positiv!

Mit dem Gedanken, Matt Damon in einer Actionstory zu sehen konte ich mich nie so richtig anfreunden, aber ich muß Abbitte leisten, den er macht seine Sache ziemlich gut.
Er spielt den unter Gedächtnisverlust leidenden Jason Bourne sehr souverän, und legt dabei mehr Wert auf innere Unzufriedenheit und Verwirrtheit, anstatt sich immer mehr darauf zu konzentrieren, immer cooler seiner Tätigkeit, nämlich Menschen umlegen nachzugehen.
Trotz allem beweist er er ein sichers Gespür, in den Actionszenen gekonnt aufzutreten. Besonders in der in Zukunft zu Berühmtheit erlangenden Appartment-Schlägerei wirkt er sehr überzeugend.
Die Besetzung ist ein absoluter Glücksgriff.

Auch die weiteren Darsteller agieren durchaus überzeugend (Franka Potente als unfreiwillig hineingezogene Nomadin, Chris Cooper als skrupelloser Abteilungsleiter, Clive Owen als "Professor"), verblassen aber neben der unaufdringlich Perfomance von Matt Damon(Ich lobe den Mann heute mal in den Himmel, weil ich vorher nicht viel mit ihm anfangen konnte. Er hat mich wirklich überrascht)

Die Story bietet eigentlich nicht wirklich neues, wird aber interessant dargeboten. Auch ist positiv zu bewerten, das man als Zuschauer nie wirklcih mehr weiß als Bourne selbst. Die Leute von der Firma werden antürlich hier und da mal eingestreut, aber wirkliche Aufklärung erhält man nicht. Warum da jetzt schon wieder einer kommt, den Jason zur Hölle schicken muß, bleibt meist im Dunkeln. Erst im Finale passen alle Stücke zusammen.
Aber ich muß zugeben, während des Films war mir das egal, den als Genrekundiger kann man sich manches schon im Voraus denken!

Die Action ist gut und sauber inszeniert, aber nicht überbordend, sondern immer wieder mal eingstreut. Sie tritt nie in den Vordergrund, sondern veranschaulicht immer wieder Bourne's Können, was dazu führt, das man manchmal nicht so genau weiß, welche Art Mensch dieser Jason Bourne ist!
(Was aber nicht wirklich wichtig ist, denn ich hatte noch die erste Verfilmung des Robert-Ludlum- Romans vor Augen, auch wenn die sich inhaltlich sehr voneinnader unterscheiden, bzw. Veränderungen inne hatten.)

Hervorzuheben ist noch die Musik von John Powell, ein weiteres Talent aus der Schmiede Hans Zimmers.
Bei "Face/Off" erkannte man die Wurzeln seiner Herkunft noch, aber hier hatt er sich mit dem Einsatz von elektronischen Verfremdungen und einer nie aufgesetzt wirkenden E-Gitarre freigeschwommen. Es verleiht der leicht altmodischen Story doch eine sehr moderen Touch. Ich freue mich schon auf seine nächsten Arbeiten.

Warum ich also enttäuscht war: Anstatt Daueraction und interesanter Story bekam ich gute Charakterzeichnung (besonders Verhältnis Bourne und Marie), eine routinierte Story und ein paar gelungen Actionszenen....
Das heißt, ich bin zufrieden...

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