Review zu „The Bourne Identity“ (2002)
Im selben Jahr, in dem ein britischer Agent mit den gleichen Initialen im Namen sein 40-jähriges Jubiläum mit einem dem Franchise geneigten selbstkritisch- und ironischen Titel „Die Another Day“ gefeiert hat, feiert ein anderer Agent, basierend auf Spionageliteratur, sein filmisches Debüt – Jason Bourne is „born“ - und schlägt eine vollkommen andere neue Richtung ein. Wo bei James Bond das klassische Spionage-Abenteuer im Vordergrund steht und bei Mission Impossible die übertriebene Spionageaction geboten wird, sehen wir bei der Bourne-Reihe moderne, realistischere Spionagethriller. Bond, Hunt und Bourne sind filmisch für mich keine Konkurrenten – kein Gegeneinander – sondern ein sich ergänzendes Miteinander.
Die Geschichte ist auch relativ simpel gestrickt – ein Agent mit Amnesie wird „aus dem Meer gefischt“ und ist auf der Suche nach seiner Vergangenheit – doch die Hintermänner sehen das nicht gerne und wollen ihn lieber tot sehen.
Der erste Film der Reihe ist ein klassisches Charakterstück, dessen Fokus erstmal klar auf den Hauptprotagonisten legt. Die Grundsituation sorgt auch weniger für eine bondtypische Narration mit entsprechender Exposition – sondern erfrischender weise eher mehr mit dem „Fish-out-of-water-character“, der erst im Laufe der Handlung immer mehr von seiner Welt und seinen Fähigkeiten erfährt. Doch neben der Charakterentwicklung bietet der Film ungeheure Spannung und sehr gute Actionsequenzen, die unter anderem mit Kletterpartien, sehr gut choreographierten Hand-to-Hand-Combats und Autoverfolgungen einiges zu bieten haben. Das alles wird filmisch etwas hektisch umgesetzt aber mit John Powells Score sehr gut musikalisch ergänzt. Stellenweise sind jedoch relativ kurze Längen festzustellen. Schauspielerisch ist Matt Damon eine sichere Bank, der für mich gut in die Rolle passt, genauso wie Franka Potente als der weibliche Nebenpart. Mit Chris Cooper, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Brian Cox, Clive Owen, Walton Goggins und Julia Stiles hat der Film auch gute Nebenrollen zu bieten.
„Identity“ ist als Erstling ein runder, unterhaltsamer, spannender und actionreicher Spionagethriller mit „Luft nach oben“ geworden.
„The Bourne Identity“ bekommt von mir 9/10 Punkte