5 Jahre ist es nun her, dass Barry Sonnenfeld die Quasselstrippe Will Smith und den trockenen Tommy Lee Jones auf das Kinopublikum losließ. Schon damals konnte ich mich kaum mit der dünnen Geschichte und dem nervenden Will Smith anfreunden. Da der Film aber weltweit ein Erfolg war, musste eine Fortsetzung her, die alle Elemente des ersten Teils noch mal recycelt ohne neue Ideen zu entwickeln, sondern nur auf möglichst viel Geld aus ist.
Wieder muss die Welt vor einem bösen Alien gerettet werden, welches die Erde zerstören wird, wenn es nicht ein gewisses Artefakt bekommt. Jay ist inzwischen zum Workaholic geworden, während Kay geblitzdingst wurde und Postbeamter ist. Da aber nur Kay weiss wo das „Licht von Zartha“ versteckt ist, wird er rehabilitiert. Leider passiert, dass erst nach gut einem Drittel des Films.
Das erste Drittel darf nämlich Will Smith allein walten und schalten, was mir nach 5 Minuten auf den Wecker geht. Wie gewohnt spielt er den Optimismusmacho, den gar nichts aus der Ruhe bringen kann und der nie auch nur einmal seinen Mund halten kann. Schlimmer wird es noch, wenn er seinen aktuellen Partner blitzdingst und einen Hund zum Partner bekommt, der genau so wenig sein Maul halten kann. Das ergibt dann zwar ein paar gute Witze und Anspielungen, doch das Endergebnis ist Mangelware, da die Sprüche sich größtenteils an ein 8 bis 12jähriges Zielpublikum richten und „erwachsene Witze“ nur angedeutet werden. Wird nur ansatzweise besser, als Tommy Lee Jones beginnt mitzumischen (Weißer Autopilot, weil die schwarzen zu oft angehalten wurden). Der Griesgram zeigt Selbstironie und wird mit seiner scheinbar humorlosen und trockenen Art schnell zur einzigen Sympathiefigur des Films.
Abgesehen von der Gedächtnisrückführung Kays ist der Film eine fast lose Aneinanderreihung von technischen Spielereien, in denen man sich zu oft wie in einem PC-Spiel vorkommt und comichaften, aber weder spannenden noch attraktiven Kämpfen mit Aliens. Das wird auch zum Ende hin nicht besser, denn auch der Endkampf enttäuscht. Aber wer weiss, was uns im WTC erwartet hätte. Der böse Ozondieb, dem man als einziger vom Aussehen her das Prädikat „Bösewicht“ aufdrücken hätte können wird jedenfalls der Lächerlichkeit preisgegeben. Wo ich gerade bei Bösewicht bin.... Serleena ist trotz ihr Tentakel kein bisschen furchteinflößend, da sah der Bauer aus Teil 1 viel gelungener aus. Aber das junge Publikum hat nun was zum sabbern, sofern es auf ältere Frauen steht.
Spaß macht hingegen das Wiedersehen mit alten Bekannten. Die saufenden und rauchenden wurmähnlichen Aliens aus dem ersten Teil sind wieder mit von der Party, haben ein eigenes Apartment und kämpfen am Ende als verhinderte Minispezialeinheit an der Seiten der beiden MIBs. Auch Zed sorgt, besonders im Kampf gegen Serleena, für einige Lacher, während Michael Jackson einem eher Leid tut, wenn er sich der Lächerlichkeit preisgibt. Zwischendurch wird dann auch wieder dem Ladenbesitzer aus dem ersten Teil mehrfach der Kopf weggeschossen. Anzumerken ist hier noch, der recht witzige doppelköpfige Alien Johnny Knoxville, dem man alles mehrmals sagen muss. Auf gar keinen Fall vergessen darf man aber die Knüller des Films, nämlich die Bewohner der Schließfächer, die mal eben jeden MIB-Agenten für einen Gott halten und ihn preisen, um hinterher in den nächsten Puff zu rennen. Ein wirklicher Brüller....
Bekannte Elemente wie das MIB-Auto (diesmal Mercedes) und dicke Wummen wurden wiederverwendet und aufgemotzt. Besonders der Joystickeinfall beim fliegenden Wagen ist nett ausgedacht. Dafür mangelt es aber an neuen Ideen (neue Waffen wären was schickes) oder wirklich ausgefallenen Spezien, sowie einem furiosen Ende. Serleena wird dann doch recht locker entsorgt, bevor die ganze Stadt geblitzdingst wird....
Fazit:
88 Minuten Effektoverkill, mit einer Story, die man schon aus dem ersten Teil kennt. Dafür hat der Film ein hohes Tempo, ohne auch nur einmal zu stoppen. Fans des ersten Teils werden auch hier wieder begeistert sein, ich kann mich mit diesem reinen Kommerzfilm nicht anfreunden. Man verwurstete nur alles aus dem ersten Teil und lässt es dank höherem Budget noch bombastischer aussehen. Fortsetzung, auf die ich verzichten hätte können. Schade um Tommy Lee Jones....