Review
von Leimbacher-Mario
Der Inbegriff eines Cashgrabs
„Men In Black 2“ und „Jurassic Park 3“ - das waren die zwei größten Kinoenttäuschungen meiner Jugend. Zu hoch waren die Erwartungen, zu sehr mochte ich die Vorgänger und zu wenig lieferten die Sequels. Geändert hat sich an dieser Enttäuschung bis heute nichts. „Men In Black 2“ ist noch immer ein höchst uninspirierter Klon des Vorgängers, nur ohne dessen Charme, Überraschung und Chemie. Vor allem im Double Feature mit diesem fällt das schmerzlich auf. Die Figuren mag man zwar noch immer, Will Smith hat über Nacht nicht sein Charisma verloren und Tommy Lee Jones hat ein paar Lacher auf seiner Seite als „Postbote“. Außerdem erbarmt sich die Laufzeit schon nach 80 Minuten in den ersehnten Abspann und einige außerirdische Geschöpfe zaubern einem unweigerlich ein Schmunzeln ins Gesicht. Insgesamt ist die Fortsetzung des Blockbusters allerdings absolut ärgerlich und unwürdig. Immer noch besser als der aktuelle „International“-Ableger und -Totalausfall, aber hauptsächlich da, um sich nochmal ein paar grüne Scheibe dazu zu verdienen. Das schmeckt besonders bitter im Abgang.
Gibt es eine unlustigere Person als Johnny Knoxville?Warum sind die Effekte gefühlt eher mieser geworden als im ersten Teil? Warum gibt es viel weniger handgemachte Wesen und praktisches Make Up?Warum reißt selbst Lara Flynn Boyle in Unterwäsche nichts mehr raus? Wo ist der Ausknopf für Barry Sonnenfelds Autopilot?Oder ist das nur eine Art Klassentreffen oder Réunion?Zündet hier irgendeine Idee? Gibt es überhaupt eigenständige Ansätze? Warum fühlt sich hier rein gar nichts mehr frisch an? Geben die Comics echt keine anständige Geschichte mehr her? Wo sind Cleverness und soziale Komponente hin? Was soll der Bicycle-Kick von Rip Thorn? Selbst der Titeltrack ist mieser?!Warum sitzen die Anzüge nicht mehr?Warum sehen wir von den Männlein im Schrank nicht mehr? Und wer kann sich an diesen beliebigen Aufguss nach wenigen Minuten noch erinnern?
Fazit: kürzer, unlustiger, unnötiger und uninspirierter - „Men In Black II“ war eine der größten Kinoenttäuschungen meines bisherigen Lebens. Und er ist noch immer eine Fehlzündung. Nicht nur im direkten Anschluss ans Original. Höchstens als Blinddarm zu diesem gerade noch so guckbar. Doch eigentlich kann der weg. Schlecht, mit minimalen Pluspunkten.