Eben noch war die Welt von Paul (Boris Aljinovic) rundum in Ordnung. Mit seiner Geschäftspartnerin Rike (Claudia Michelsen) hat er einen dicken Auftrag an Land gezogen und das wird zusammen mit seinem besten Freund Max (Jürgen Tarrach) am Abend erst einmal ausgiebig gefeiert. Doch währenddessen betrügt Pauls Freundin Gabi ihn zu Hause mit Ihrem Redaktionsleiter. Als die beiden zur Sache kommen und ihr Lover sie hinüber zum Bett tragen will, geschieht ihm ein Missgeschick mit der Teppichkante und Gabi erleidet einen Genickbruch. Der unglückliche Schwerenöter verwischt hastig seine Spuren, macht sich vom Acker und bringt somit Paul in Not. Da sich dieser nämlich nach durchzechter Nacht und Drogenkonsum an gar nichts mehr erinnern kann, muss er davon ausgehen, dass er für Gabis Tod verantwortlich ist. Panisch ruft er seinen Freund Max zu Hilfe, seines Zeichens Arzt, und fortan versuchen die beiden Freunde den Unfall geheim zu halten und die Leiche heimlich verschwinden zu lassen...
Zusammen gehen die beiden Freunde durch dick und dünn um sich das Problem Namens Gabi vom Hals zu schaffen und in bester Manier derartiger Leichenbeseitigungsfilme reiht sich eine Unabwägbarkeit an das nächste Risiko aufzufliegen. Sei es die eigene Mutter, bewaffnet mit einem eigenen Wohnungsschlüssel, der etwas spinnerte aber mistrauische Öko-Nachbar Rüdiger oder schließlich die gemeinsame Freundin Rike, bald die dritte Eingeweihte im Bunde.
Besonders hervorzuheben in diesem ganzen Chaos und Versteckspiel sei hier die zum Brüllen komische Schauspielleistung von Edgar Selge als Nachbar Rüdiger, der durchweg die größte Gefahr darstellt, die 'Mission Gabi' scheitern zu lassen. Auch Nebenschauplätze mit dem eigentlichen Täter aus Gabis Redaktion, der sich seinerseits den Kopf über das Geschehene zerbricht, fügen sich passend ins Gesamtbild ein und steuern langsam aber sicher auf den unausweichlichen Showdown hin, der zwar keinen weltbewegend kreativen aber doch zufriedenstellend schmunzelnden Abschluss darstellt.
Auch wenn ein Großteil der Geschichte in und um Pauls Wohnung herum stattfindet, wird "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" nicht langweilig. Die Charakterzeichnung der Hauptpersonen reicht für das Genre allemal aus und kaum vorhandene Trauer sondern Tatkraft sind hier eher noch förderlich als störend. Nicht ganz so brachial wie "Very Bad Things" und etwas realistischer als "Serial Lover", findet Regisseur Klaus Krämer einen guten eigenen Weg. Noch mehr eigene kreative Einfälle hätten sicher nicht geschadet, aber das vorhandene mundet sicher nicht nur der Mutter von Paul - Fans schwarzer Komödien kommen bei diesem deutschen Genrebeitrag garantiert auf ihre Kosten! (7/10)