Review

Weitgehend uninteressante Listung im Œuvre von Wong Jing und dem Zuwachs des Hong Kong Filmes des Jahres 2012 gleichermaßen, wobei Beides eng im Zusammenhang mittlerweile und selbst nach den wenig berauschenden Erfahrungen der letzten Jahre die abschreckende Wirkung und nur noch wenig Hoffnung auf Kommendes und gar Zukünftiges hat. Wong, der sich wie seine Kollegen inzwischen auch in Richtung China und der dort momentan überaus finanzstarken, da vom Publikum zur Zeit kräftig nachgefragten Filmindustrie hin orientiert hat, bleibt hier im Grunde zwar seinem üblichen Rezept aus ein paar Witzen, noch weit mehr Versuchen um diese und ansonsten ein Larifari aus wenig Handlung mit semi-prominenten Stars treu, beweist außer dem noch stetigen Output dergestalt darin nur noch eingeschränkte, besonders hinsichtlich der Kreativität dahinter reduzierte Energie. Die Arbeiten zumeist und bis dann auch bessere Ausnahmen erstaunlich hingeschludert und von der Produktion her und der Anlage erstaunlich klein, die Ideen rar und der Willen und das Wollen abseits der nackten traurigen Kommerzialität ebenso wenig spürbar:

Manfred Shu Qi [ Chapman To ] und Flora Zhang [ Fiona Sit ] besitzen beide ein großes Laster, ist ihr gesamtes Leben doch auf das Wetten und Spielen und so schon überaus süchtig in der Hinsicht ausgerichtet. Erst scheint es, als ob ihre Ehe dadurch sicheren, da gemeinsamen Halt und auf ewig verbundene Existenz hat, doch nach vier Jahre Zusammenleben und der gemeinsamen Tochter Shu Xiao-Xiao [ Shi Cheuk-wing ] scheint ausgerechnet dieser Drang nach Spieltisch und Wettbüro auch der einzige Berührungspunkt und so automatisch auch der größte Makel zu sein. Denn während es den Zufalls-Schauspieler Shu in die Arme der schwerreichen Produzentin Michelle Xiao [ Michelle Hu ] und weit entfernt an entlegene Drehorte treibt, wird die Daheimgebliebene vom ebenso mit Geld und Optik gut ausgerüsteten New God of Gambling Sam Wong [ Philip Ng ] hofiert. Im folgenden Kampf um das Sorgerecht steht vor allem eines in der Aufmerksamkeit des Jugendgerichtes: Wer kann am Längsten der Sucht nach dem schnellen Glück widerstehen? Während sich Shu im Gefolge seines Freundes Xing Chao [ Wen Chao ] bei seinen Eltern [ Law Kar-ying & Bonnie Wong ] und der Schwester [ Zuki Li ] verbarrikadiert, zieht es Flora mit ähnlichen Gelüsten zu ihrer Mutter Pauline [ Mimi Chu ] und der besten Freundin Vulgarlina [ Harriet Yeung ].

Noch immer eifrig im Wechsel der Sub-Genres, ist die Ausrichtung auf meist Komödiantisches schon von Beginn der Laufbahn von Wong Jing in den späten Siebzigern und das direkte Durchstarten ab den Frühen Achtzigern, damals noch bei Shaw Brothers (Hong Kong) Ltd. (Hong Kong) auch hier in Detail und gesamte Ausprägung deutlich klar. Das Alleinziel für das Publikum besteht aus Unterhaltung, im Verbund  mit dem Einsparen von Budget und so dem Schaffen größerer Gewinnspannen, was den Film in der kompletten Ideologie auch schnell auf das Gleis des Ex und Hopp Arbeitsweise und der banalen, wenn auch hier und da vulgären Humoreske schiebt. Überaus erfahren und in früheren Jahren (neben Ching Gong) auch mitgestaltend auf dem Gebiet des gambling movies, wird dabei nur noch mit den Klassiker der Gattung referiert und ansonsten der Titel und das Sujet als Anreiz genutzt. Im Grunde handelt es sich mehr um eine Romantische Komödie, die gar mehrere Jahre, vom ersten Kennenlernen bis hin zur Hochzeit und dem nachfolgenden Prozedere von Streits (unter der Gürtellinie) und Scheidung und vielleicht doch der Versöhnung oder vielleicht auch nicht umspannt.

Müßig zu behaupten, dass dieses Mehr an Blicken über längeren Zeitraum hinweg auch mehr Charakteristik und Erleuchtung erweckt. Der Ansatz ist durchaus gegeben und gut, auch das Zwischengeplänkel mit einigen verbalen Krassheiten und der üblichen Verweise auf die Popkultur bis hin zur Satire vor allem der von den Kritikern umlobten Kollegen Wong Kar-wai und Ann Hui und ihres aktuellen Schaffens The Grandmasters (2012) bzw. A Simple Life (2012) schon geschickt in das sonstige Ehe- und Berufsleben der Figuren strukturiert. In den Parodien und Gehässigkeiten auch mit den am Meisten zündenden Pointen ausgestattet, macht sich darüber hinaus aber wenig Nutzen für das weitere Fortkommen und auch keine automatische Höherstufung des großen Restes am Hin und Her der Liebenden und nun Streitenden breit. Fehlen tut es am Interesse und besonders auch an Sympathie für das titelgebende Paar, an den Ausbrüchen aus dem drögen Allerlei der "Realität" dieser Mittel- oder gar Unterschichtspaarung in die weite Welt des Unsinns und der folgenden Ablenkung hinaus.

Auf jede Eingebung wie die Abstecher in den Filmset oder gar der Ausflug nach Hollywood folgen vertagte Chancen, mangelnde Inspiration und zehn Minuten abgegriffene Tretmühle der vielbemühten Unvereinbarkeit von Mann und Frau. Nebenfiguren wie der Stephen Chow - Impersonator Wen Chao, der heimliche Martial Arts Recke Philip Ng oder die in der Hauptrolle durchaus überraschend einnehmende, mit viel Freude am Spiel und Erfolg in Sachen Prägnanz und Wohlgefallen ausgestattete Fiona Sit werden zugunsten von später klebrig-süßen Einheitsbrei weitestgehend verschenkt. Actionszenen kommen nicht vor, selbst My Wife Is a Gambling Maestro (2008), lange ist es her, damals viel gescholten, rückwirkend und im Vergleich den Vorteil ziehend, hatte noch einige manche Sekunden der kämpferischen Aktivität.

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