Review
von Leimbacher-Mario
Fire + Heiß
In „La Discoteca“ nimmt Nino D'Angelo einen Job als Pizzabäcker im nördlichen, teils deutschsprachigen Teil Italiens an, in einem luxuriösen Skigebiet. Seiner hübschen (etwas zu jungen?!) Freundin daheim in Neapel verspricht er anfangs sich zu benehmen und nur an sie zu denken bis er zurückkehrt. Doch die attraktive und anhängliche Tochter des Hotelbesitzers lässt dieses Versprechen arg wackeln…
„La Discoteca“ ist eine unfassbar bizarre Italo-Schmonzetten-Komödie, bei der man sich heutzutage fünfmal durch's Gesicht waschen muss, um zu glauben, was man da gerade sieht, was da vor einem geschieht. D'Angelo ist der unattraktivste Italiener und filmische Frauenheld, den ich je gesehen habe. Seine Tanzkünste sind (selbst zum Teil überdeutlich mit weiblichem Bodydouble!) unter aller Sau und unendlich unfreiwillig urkomisch. Es gibt einen Hitler-Verschnitt in Lederhosen. Skipisten und -Outfits mit massiv 80er-Flair. Discos in steinigen Höhlen?! Tanzbattles ohne Sinn und Verstand. Komödiantische Sidekicks wie aus Cartoons. Plötzliche Gesangnummern mit kitschigsten Italoballaden. Schlechter Geschmack drängt hier aus jeder Pore. Und irgendwie ist das schon verdammt unterhaltsam und witzig. Selbst wenn man eher über als mit dem Film lacht. Und alles zum Teil halt eben der damalige Zeitgeist war. Selbst wenn Disco, Travolta und Co. eigentlich schon Jahre nicht mehr angesagt waren. Um solche Trends, um ein solches Zuspätkommen schert sich „La Discoteca“ jedoch nicht im Geringsten. Verstörend selbstbewusst. Ich glaube einer solchen Produktion war zu diesem Zeitpunkt nahezu alles egal. Zwischen Fremdscham und Bierseligkeit, zwischen Schuss auf der Piste wie im Becher, zwischen Napoli und Alpen.
Fazit: Nino D'Angelo + Skier + Bikinis + GHitler + Napoli + Discos = a trashy good Italotime!