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Wieder einmal könnten reine Actionfreunde in die Irre gelenkt werden, da der thailändische Thriller schon allein aufgrund des Covers und einiger Eckdaten halbwegs interessant daher kommt. Doch man benötigt eine fast schon meditative Stimmung, um diesen Neo Noir nicht völlig an sich abprallen zu lassen.

Tul war einst Cop, doch nach einem Kopfschuss leidet er unter einer neurologischen Störung und sieht die Welt um 180 Grad verdreht. Nach einem Knastaufenthalt wechselt er die Seiten und schließt sich einer Organisation von Auftragskillern an, die die korrupte Welt der Politiker aufmischen. Doch je intensiver Tul mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird, kommt ihm eine bittere Erkenntnis...

Ein paar elementare Eigenschaften eines Noir sind nicht zu übersehen, da im Verlauf zwei hübsche Frauen in die Geschichte eingreifen, was für Tul jeweils entscheidende Konsequenzen hat. Auch Tuls Figur selbst vereint typische Merkmale eines Ermittlers und die des Killers und nicht zuletzt wird nach einer Wahrheit gesucht, die sich erst nach und nach fragmentartig zusammensetzt. Das alles ist gespickt mit zahlreichen Metaphern, primär Tuls Sichtweise, denn die Welt steht in Sachen Moral komplett auf dem Kopf.

Zwar gibt es tatsächlich ein paar schicke Kameraeinstellungen und ein paar elegant aufeinander abgestimmte Farbkonstellationen, doch bereits nach einer halben Stunde ödet das Geschehen nur noch an. Die Off Kommentare setzten das Geschehen genauso wenig in Gang wie die zahlreichen Rückblenden, die fast wie in Zeitlupe über einen schweben. Hinzu kommt ein minimalistischer Score, der das Meditative angemessen unterstützt. Und wäre ein in den Kopf getroffener Mönch nicht genug, steuert alles auf große Themen zu wie Karma, Kreislauf und natürlich, bedingt durch den titelgebenden Kopfschuss, die Weltansicht.

In diesem Kontext wäre eine spannende Geschichte zumindest als Beiwerk ganz nett gewesen, doch die Erzählung aalt sich in langen Einstellungen, wenigen Worten und komplett flachen Figuren, die völlig kalt lassen. Die wenigen Momente Action sind kaum der Rede wert und auch kleinere Gewalteinlagen finden fast ausschließlich im Off statt.
Interessant ist allenfalls noch Tuls Entwicklung in Sachen Haarpracht, um bei den zahlreichen Zeitsprüngen nicht ganz aus dem Konzept zu geraten.

Dabei hätte es spätestens beim Aufeinandertreffen zwischen Tul und der zwielichtigen Joy (noch so eine Metapher) in Sachen Suspense und Atmosphäre abgehen können, doch das Ganze fühlt sich letztlich eher an wie ein politisches Arthaus Drama, das zwischendurch buddhistische Anleihen im Kreis tanzen lässt, ansonsten augenscheinlich gar nicht möchte, dass es auch nur in Ansätzen spannend zugeht.
Actionfreunde sollten demnach einen großen Bogen um "Headshot" machen, denn meditieren kann man auch auf angenehmere Weise...
3 von 10

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