Wie in den letzten beiden Jahren auch hier der Gegenentwurf der Konkurrenz zur All's Well Ends Well Reihe, produziert von Eric Tsang als personelles Aushängeschild sowie TVB (Television Broadcasts Limited) und Shaw Brothers (Hong Kong) Ltd. im Allgemeinen. Wie auch zuvor und der Tradition für die Filme zum Chinesischen Neujahr als besonderes Schmankerl für die gesamte Familie als zahlendes Publikum wird auch wieder ein großer Topf verschiedener Zutaten mit bekannten Rezept bereitgehalten. Die Dosis Ablenkung und Unterhaltung in allumfassender Seichtigkeit, angewürzt mit bekannten Darstellern ganz unterschiedlicher Generation und einer im Grunde eher dünnen Handlung als Vorwand für Scherzchen, Anspielungen, manchen dramaturgischen Verwicklungen, viel gepredigter Nächstenliebe samt dick aufgetragenen Sülz und dann wirklich auch nicht mehr:
Der bei SB News TV angestellte Wettermoderator Kwok Ching-ching [ Stanley Fung ] träumt nach fast vierzig Jahren Dienst an gleichem Ort und Stelle schon seit längerem von der Position des Hauptnachrichtensprechers, was ihm aber auch durch und mit Freude von der ehemaligen Kollegin Sham Kai-yee [ Susan Shaw ] und ihrer Position als Programmverantwortliche verhindert wird. Auch familiär läuft es für den Witwer nicht wirklich besser. Sein Bruder Uncle San [ Evergreen Mak ] lebt seit fünfzehn Jahren als besserer Schmarotzer im Haus. Die erste Tochter Kwok Mei-mei [ Teresa Mo ] hat Ärger mit ihrem Ehemann Yao Ming [ Eric Tsang ] um dessen vermeintliche Affäre Siu Hung [ Natalie Meng Yao ]. Die zweite Tochter Kwok Ching-ching muss erst noch die Schritte einer festen Beziehung mit ihrem Freund und gleichzeitig Angestellten Lok Yi-ah [ Bosco Wong ] gehen und ist entsprechend verunsichert. Der Sohn Aaron Kwok [ Luk Wing-kuen ] ist momentan arbeits- und entsprechend mittellos, träumt aber dennoch von seiner verwöhnten Traumfrau Vivian [ Zhang Xin-yu ], die zu allem Unglück noch die Begleitung von Roberto Nip [ William So ], dem überaus schwerreichen Milliardärssohn und Besitzer des Fernsehstudios und somit potentieller Ärger für Vater und Sohn ist.
Wie auch zuvor in 72 Tenants of Prosperity (2010) und I Love Hong Kong (2011), die ohne inhaltliche Überschneidung die Paten der mittlerweile inoffiziellen Trilogie stellen, wird auch hier eine Familie als Mittelpunkt des Geschehens in Augenschein genommen. Vater, ohne Mutter, dafür mit Onkel und mehreren Kindern als Zusammenhalt durch Dick und Dünn, sowie als Basis für sich nicht wirklich überschneidende Geschichten, die so allerdings dennoch ihren Zusammenhang bekommen. Zwischendurch wird sich auch mal gestritten, am Ende des Tages und am Ende des Filmes ist dafür natürlich wieder alles Freude im Lot; bis dahin kann die kommerzielle Maschine rund und mit allen verfügbaren Kräften des hauseigen finanzierenden Fernsehstudios rollen.
Denn auch hier ist wieder der große TV - Film angesagt, nur eben nicht auf der Mattscheibe im heimischen Wohnzimmer, sondern als Ausflug in die Kinos. Auch hier wurde wieder eifrig bei den Kassen gebucht, die 90min Entertainment gegen Entlöhnung des Ticketpreises gewohnt aktiv in Anspruch genommen. Die Vorgehensweise der Mitarbeiter um Regisseur Chung Shu-kai und Wilson Chin ist dabei so simpel wie genial, reicht schon der Ausgangspunkt des eher kleinen Mannes mit im Grunde alltäglichen Sorgen um Arbeit, Verwandtschaft, Beziehung und so auch Existenz für eine Identifikation des genauso gestellten und genauso geplagten Zuschauers aus. Anders als bei den sich vergleichsweise elitär gebenden und vermehrt auf den Chinesischen Markt schielenden Rivalen spielt der Film auch tatsächlich in der Stadt HK und ihren Menschen, unter Seinesgleichen, ihren Freuden und ihren Nöten. Eine große, umfassende Geschichte in beengten, ständig von Gesellschaft und Interaktion umwuselnden Verhältnissen.
Nicht umsonst fällt der Verweis auf Below the Lion Rock [ ab 1974 ], quasi die kantonesische, fiktionale Ausgabe der Heimat-Chronik, werden die Nostalgiegefühle ebenso wie Gepflogenheiten und Gewohnheiten, die Werte des Vergangenen und die Umbrüche des Neuen angesprochen. Veränderungen sind dabei tatsächlich spürbar, dreht sich das Konstrukt nicht nur um eine Form der Romantischen Komödie, sondern um effektives und mehr als nur die Zuneigung von Mann zu Frau und umgekehrt behandelndes Geschehen. Ein affektives Konstrukt, was dem Werk wie seinen beiden Vorgängern vermehrt zweckdienliches Fundament als verdient gibt, ist der Rest doch in Sachen Humor und Timing und Kreativität eher müder Natur. Gelungenes auf der Ebene von Spaß und Heiterkeit ist mit der Hand abzuzählen, die popmedialen Verweise sind banaler und meist auch gar nicht mit Sinn und Hintersinn untermauernder Art. Die Inszenierung gewohnt und wohl auch verlangt mit statischer Kamera und vielen losen Anfängen und Enden in ihren Mitteln überaus eingeschränkt. Die wenigen Brüche in dem allgemein komplett biederen Milieu sind gar verkrampfter Entsprechung, wird sich teils arg affektiert und klamaukisiert um sexuelle Offenheit bzw. Andersartigkeit ( gender-bender, cross-dressing, diverse Uniformfetische ) und das in relativer Peinlichkeit für alle Beteiligten und ihre Ideengeber bemüht.
Fremdschämend ist leider auch der komplette Abschluss, der sich ausdauernd und gefühlte 30min lang auf eine Moralpredigt mit noch zusätzlicher erneut verbalisierten Gutmenschelei der hartnäckigsten Sorte und dort als das große Rühr- und Lehrstück in Sachen Anstand, Barmherzigkeit und allumfassender Philanthropie versucht.