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Kleiner Spoiler mit im Text

Avengers

Abschluss von Marvel`s Phase Eins und was für einer. Marvel hat die Superhelden die sonst keiner aufweisen kann. Auch DC, die immerhin Batman und Superman in ihren Reihen haben, können meiner Meinung nach da nicht mithalten. Von daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Marvel mit ihrem Plan, Superhelden auf die Kinoleinwand los zu lassen, einen derartigen Erfolg verbuchen kann. Wurden uns somit vorher Iron Man, Hulk, Iron Man 2, Captain America und Thor schon in Solo-Abenteuern präsentiert, schließen sich diese Helden und Antihelden nun in einem Blockbuster der Extraklasse zusammen um gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner aus einer fernen Galaxie anzutreten.

Die Regie in diesem Kino-Abenteuer hatte der begnadete Serienregisseur Joss Whedon (Buffy, Firefly, Dollhouse). Die Stärke von Whedon ist es, Charaktere zu Formen und diese wunderbar darzustellen. Daher gelingt es ihm auch sehr gut, diese Helden, die doch alle so unterschiedlich sind, zu einem Gesamtbild zu gestalten was mehr als nur harmonisch ist. Und eine leichte Aufgabe war das mit Sicherheit nicht wenn man sich den Cast anschaut. Denn mit Robert Downey Jr. (Iron Man), Chris Evans (Captain America), Mark Ruffalo (Zodiac), Chris Hemsworth (Thor), Scarlett Johansson (Hitchcock), Jeremy Renner (Bourne Vermächtnis), Tom Hiddleston (Thor), Clark Gregg (alle Marvel Filme), Samuel L. Jackson (Pulp Fiction, Verhandlungssache), Cobie Smulders (How I Met Your Mother) und Gwyneth Paltrow (Iron Man) sind doch einige Schauspieler der Extraklasse mit an Bord. Doch Whedon schafft es, diese unterschiedlichen Darsteller, die auch alle ihre Rolle schon im Leib haben, zusammen zu würfeln und als Einheit erscheinen zu lassen. Weiter erschwert wurde diese Tatsache noch dadurch, dass die voran gegangenen Filme ebenfalls alle sehr unterschiedlich waren und ein Iron Man nicht wie ein Thor inszeniert wurde. Doch das Endprodukt von „The Avengers“ kann sich sehen lassen und ist mehr als gelungen.

Die Story um diesen Film ist zwar recht einfach aufgezogen, verspricht dennoch Spannung und besitzt auch jede Menge Humor. Zu Beginn des Films sehen wir eine unterirdische Basis von S.H.I.E.L.D in der Professor Erik Selvig (Stellan Skarsgård) an dem Tesserakt arbeitet und ihn untersucht. Das ist ein Würfel der anscheinend über unbegrenzte Macht verfügt und gleichzeitig ein Tor in eine andere Welt ist. Plötzlich gibt es einen unerwarteten Enegieschub und es erscheint ein Mann. Dabei handelt es sich um Loki, Thors Halbbruder. Dieser bringt nach einem Kampf den Würfel in seinen Besitz, manipuliert mit seinem Speer noch Selvig, Hawkeye und ein paar andere Mitarbeiter von S.H.I.E.L.D und kann mit dem Würfel entkommen. Nach dieser Niederlage bleibt Nick Fury keine andere Wahl mehr, als die geplante Avengers Initiative zusammen zu rufen um den Kampf gegen Loki aufzunehmen. Nachdem die einzelnen Helden mehr oder weniger freiwillig rekrutiert worden sind, machen sie sich an die Arbeit um den Würfel zurück zu bringen. Dabei ist nicht sicher wer Freund und wer Feind ist und auch der Würfel birgt noch das ein oder andere Geheimnis. So sind die Helden, die sich auch nicht immer alle grün sind, gezwungen ein Team zu bilden um den Kampf gegen einen mächtigen Gegner und zum Wohle der Erde zu bestreiten.

Zu Beginn der Dreharbeiten waren sich viele Leute nicht sicher ob dieses Projekt überhaupt was werden kann. Gab es doch Vermutungen darüber das Robert Downey Jr. eine Solo Show bekommen würde weil er so ein riesen Ego hat. Auch das Mark Ruffalo den Hulk verkörpern sollte sorge für Unmut, denn dadurch war er der Dritte Schauspieler in dem Dritten Auftritt des grünen Riesen, eine scheinbar undankbare Rolle. Auch ob Joss Whedon der richtige Mann für so ein gewaltiges Konzept ist stand in Frage, da er ja mehr Erfahrungen im Serienbereich hat. Aber alle Befürchtungen, dass dieser Film ein Reinfall wird, wurden auf beachtliche Weise wiederlegt. Der Film beschert jedem Akteur einen gelungenen Auftritt und einzig und allein Jeremy Renner (Hawkeye) kommt meiner Meinung nach nicht ganz so gut weg und wurde etwas verheizt. Klar sein dürfet auch, dass ein Iron Man etwas mehr Screen Time als ein Hulk bekommt. Aber die Konzeption des Films stimmt in sich. So werden die einzelnen Helden noch einmal kurz eingeführt und dem Zuschauer präsentiert bevor die als Einheit zusammen kommen.

Die Aufmachung des Films ist sehr gelungen, auch wenn man vielleicht die letzte Liebe zum Detail in der einen oder anderen Szene doch vermissen mag. Effekttechnisch ist der Film trotzdem auf einem sehr hohen Niveau und kann sich sehen lassen. Zu den 3D Effekten kann ich leider nichts sagen, da ich den Film nicht in 3D gesehen habe bisher. Trotzdem ist es eine fabelhafte Inszenierung und auch die Actionszenen machen dem Zuschauer sehr viel Spaß. Die Leistung der Schauspieler ist gut und lässt keine Wünsche offen. Dabei agieren alle auf einem fast gleichen Niveau und verkörpern ihre Charaktere so wie man sie bereits in den Solofilmen kennen gelernt hat. Daher macht der Film unheimlich viel Spaß, weil wir die Helden mögen und mit ihnen ein weiteres Abenteuer erleben können. Der Film hat auch jede Menge an Witz und lustigen Sprüchen parat, dass liegt natürlich auch in erster Linie an Tony Stark, der ja nie um einen fiesen Spruch verlegen ist. Die Spannung ist auch nicht schlecht, bleibt am Ende aber doch meist auf der Strecke und entfaltet eigentlich in keiner Szene ihren möglichen Höhepunkt. Das ist dann aber auch das einzige Manko was man in „The Avengers“ jetzt herausheben kann.

Fazit: „The Avengers“ ist ein grandioser Abschluss der Phase Eins. Der Film bietet dem Zuschauer das was er sehen will. Coole Helden, viel Action, jede Menge Witz und sehr gute Schauspieler die ihre Sache wirklich gut machen. Die Überlänge schadet dem Film nicht, ganz im Gegenteil. Dadurch konnte die Geschichte sehr gut aufgebaut werden und auch wenn sie doch recht einfach gestrickt ist, ist keine Minute des Films langweilig. Die Effekte sind erfolgreich eingesetzt und auch wenn die letzte Liebe zum Detail noch fehlt, lassen sie dennoch sehr gute Bilder für den Betrachter zurück. Die Action ist super und begeistert auf ganzer Linie. Einziges Manko ist die Spannung, hierbei hätte man sich im Endeffekt mehr versprochen, aber dies ist nur ein kleiner Minuspunkt und schwächt den Film in seiner Gesamtstruktur nicht wirklich ab. So bleibt ein Film der für Fans der Solofilme mit Sicherheit ein Erlebnis der Extraklasse ist. Nach diesem Film beginnt die Phase Zwei von Marvel und der erste Film wird/ist Iron Man 3. Im Jahr 2015 kehren die Helden dann gemeinsam auf die Kinoleinwand zurück und werden in „Avengers: The Age of Ultron“ wieder versuchen die Welt vor der Zerstörung zu retten. Durch die neue Bedrohung durch Ultron wird mit Sicherheit auch für mehr Spannung gesorgt und der Film seinen Vorgänger überbieten können. Wir dürfen also gespannt sein auf ein neues Abenteurer der Avengers, der wohl besten Heldentruppe der Welt.

Persönliche Wertung: 10/10 Punkten

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