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iHaveCNit: The Avengers (2012)
09.02.2019

Was war das für ein Kinojahr 2012 – nicht nur das Jubiläum 50 Jahre James Bond wurde gefeiert und auch das Finale von Christopher Nolans „The Dark Knight“-Trilogie kam in die Kinos, aber ein Film war erfolgreicher als und ist der weltweit erfolgreichste Film des Jahres 2012. Marvel Studios hat seit 5 Jahren mit 5 Filmen auf ein großes erstes Finale hingearbeitet, das man in einer Serie als erstes Mid-Season-Finale oder auch erste große Schlüsselepisode beschreiben kann. Hier kann nicht mehr nur der einzelne Held glänzen, er muss sich auf ein Team verlassen. Kommen wir nun nach dem ersten Meilenstein des MCU, „Iron Man“ zum nächsten Meilenstein.

Loki hat sehr Übles im Sinn – Rache. Und dafür verbündet er sich mit den außerirdischen Shitauris. Doch diesen muss er erst einmal den Zugang auf die Erde möglich waren. Dafür ist die Energie des Tesserakts notwendig, der aktuell sicher in den Quartieren von SHIELD verwahrt wird. Bei einem kleinen Raubzug kommt er in den Besitz des Tesserakts. So muss SHIELD nun alles daran setzen, ein Team zusammenzustellen um der anstehenden Bedrohung Herr zu werden.

„The Avengers“ ist episches Ensemblekino in Reinform. Alles an diesem Film wirkt einfach um ein vielfaches größer und epischer als es noch die Einzelfilme gewesen sind. Und es war der erste Film im MCU, der ein so großes Publikum weltweit begeistern konnte. Das große „Big Picture“ auf das man damals hingearbeitet hat, bietet zwar plottechnisch einen ähnlichen Skybeam-Ansatz wie es ein Jahr zuvor bereits der dritte Transformers-Film gehabt hat, aber er beschränkt sich nicht vollkommen auf blecherne Zerstörungsorgien und mehr auf den Aufbau der charakterlichen Beziehungen unserer einzelnen Helden und wie sie trotz anfänglicher Egotrips zu einer Einheit zusammenwachsen um der Bedrohung Herr zu werden. Dabei leistet jeder einen tollen Beitrag dazu und für jeden wird einzeln eine perfekte Motivation ausgearbeitet, warum man jetzt ausgerechnet ein großes Problem mit Loki hat. In diesem Ensemblestück gelingt der Balanceakt noch richtig gut, dass jeder Charakter für sich selbst genug einzelne gute Momente bekommt um selbst neben den großartigen Team-Momenten glänzen zu können. Und natürlich sind die Interaktionen von allen Protagonisten immer wieder ein Höhepunkt des Films. Ganz flexibel bin ich bei Hulk – ich mag Hulk, ich mag sowohl Eric Banas als auch Edward Nortons Darstellung und eigentlich hätte es mir zugesagt, dass Norton hier weiterhin als Grüner auftritt, aber dann kam die Gunst der Stunde eines Mark Ruffalos, der bis heute dass Gesicht von Bruce Banner und dem Hulk geblieben ist und das mit seinem nuancierten Schauspiel sogar in meinen Augen am Besten hinbekommt, auch wenn ich das natürlich erst beurteilen könnte, wenn Bana oder Norton an seiner Statt agiert hätten. Loki als Antagonist geht klar, auch wenn er sich hier mehr auf das verlässt, was ihn in „Thor“ hat so gut werden lassen. In „The Avengers“ ist er von Anfang bis Ende der hinterlistige Antagonist, während er in „Thor“ eine regelrechte Charakterentwicklung auf seinen Antagonistenstatus durchmacht. Aber bedrohlich bleibt er trotzdem. Effektetechnisch ist der Film damals auf der Höhe seiner Zeit. Wenn man jedoch heutzutage ein wenig genauer hinschaut spürt man schon leicht die Abnutzung und ggf. den Einsatz von Green Screens. Aber allein für das Gefühl, den ersten Film dieser Truppe erleben zu können, ist jede kleine Kritik eher nur ein zeigender Zeigefinger als ein Erhobener !

„The Avengers“ - Multiple Look – 9/10 Punkte.

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