"Glaubst du, es gibt einen Unterschied zwischen Träumen und der Wirklichkeit?"
Selbst nach Jahren nachdem Sharon (Erin Pitt) in Silent Hill festgehalten wurde und ihre Mutter Rose (Radha Mitchell) sie befreien konnte, leidet die zu einem Teenager herangewachsene und unter dem Namen Heather (Adelaide Clemens) lebende Sharon unter dem Einfluss der Parallelwelt. Mit ihrem Adoptivvater Harry (Sean Bean) ist sie stets auf der Flucht vor den Kultanhängern aus der vernebelten Stadt und in den Schulen unterlässt sie bewusst den Kontaktaufbau zu ihren Mitschülern. Eines Tages wird sie aber von dem Privatdetektiv Douglas Cartland (Martin Donovan) aufgespürt, der für den Kult arbeitet. Harry wird nach Silent Hill entführt und Heather folgt ihm mit ihrem Mitschüler Vincent (Kit Harington), um ihren Vater zu befreien und ihre Albträume endlich hinter sich zu lassen.
Sechs Jahre ist es her, dass der Film zu der Videospielreihe "Silent Hill" ins Kino kam. Fans waren skeptisch, ob man es schaffen würde, die Story und vor allem das einzigartige Silent Hill-Feeling in einen Film umsetzen. Erstaunlicherweise funktionierte die sehr nah am ersten Teil der Spiele wandelnde Verfilmung äußerst gut, präsentierte die dichte, gruselige Atmosphäre angenehm subtil und stellte sich als audiovisueller Leckerbissen dar.
Die Fortsetzung "Silent Hill: Revelation 3D" knüpft thematisch an Teil 1 an und bedient sich gleichzeitig der Figuren aus dem 3. Teil der Videospiele. Hieraus nun eine stimmige Geschichte zu machen, die dennoch auch für Neulinge ohne Vorwissen geeignet ist, war die große Herausforderung. Regisseur Michael J. Bassett schafft es zumindest visuell sehr nah am Vorgänger zu wandeln. Zu erzählen hat er jedoch nicht viel.
Zu Beginn lässt "Silent Hill: Revelation 3D" Großes erhoffen, denn offene Handlungsstränge des Vorgängers werden schnell wieder aufgenommen und weitergeführt. Aber bald zeigen sich die üblichen Muster des Grusel-Films. Die Charaktere wirken blass, die Handlung tritt auf der Stelle, Schreckmomente werden vorhersehbar und Klischees kommen zu Tage.
Das Besondere an dem Silent Hill-Mysterium, nämlich die verschiedenen Wahrnehmungs- und Existenzebenen, bleiben erhalten und sorgen dafür, dass der Film zumindest überwiegend unterhalten kann und abwechslungsreich erscheint. Zumindest hier findet sich die sonst missende Dynamik in Form einer einfallsreichen Kameraführung.
Fans der Spiele werden sich an den zahlreichen Referenzen zur Spielereihe erfreuen. Figuren, Handlung und viele Details orientieren sich an Teil 3, groteske Monster an Teil 2. Und selbst der Ableger "Origins" erhält einen kleinen Auftritt.
Trotz Rückblenden werden sich ohnehin Kenner des ersten Films und der Spiele wohler fühlen als Quereinsteiger. Denn ohne dieses Wissen wird "Silent Hill: Revelation 3D" zu einer sehr durchschnittlichen Filmerfahrung.
Beim Kreaturendesign lehnt sich der Film auch eng an die Spielevorlage an, zeigt diese aber etwas zu selten. Davon abgesehen dient das Horrorszenario weniger um subtile Spannung aufzubauen, sondern präsentiert sich eher plakativ. Ein Manko, dass den Gruselfaktor kaum aufkommen lässt.
Durch die eher knappe Laufzeit, kommen Figuren und auch Darsteller etwas kurz. Am ehesten heben sich Sean Bean ("Equilibrium", "Der Herr der Ringe"-Reihe), durch seine schauspielerische Erfahrung, sowie Adelaide Clemens, durch ihre füllende Präsenz, ab. Kit Harington ("Game of Thrones"), Carrie-Anne Moss ("Matrix"-Reihe, "Memento") und Malcolm McDowell ("Doomsday - Tag der Rache", "Star Trek: Treffen der Generationen") schaffen es in ihren überflüssigen Nebenrollen nicht ihre darstellerischen Stärken einzubringen.
"Silent Hill: Revelation 3D" schafft es nur in audiovisueller Sicht an seinen starken Vorgänger anzuknüpfen. Handlung, Figuren sowie subtile Spannungen werden beim Nachfolger nicht sonderlich stark ausgeprägt und von den Darstellern bleiben nur wenige hängen. Dennoch finden Fans der Videospiele zahlreiche Details und Anknüpfpunkte um zumindest oberflächlich zufrieden zu sein.
7 / 10