Review

Silent Hill - Revelatation(2012)


Videospielverfilmungen? Blähh. Gähn. Was für eine Windel Hobby. Gerade als großer Fan diverser Games, kommt man einfach um das berühmte Kopfschütteln drum herum. Wer erinnert sich an dieser Stelle nicht gerne an die Super Mario Verfilmung mit Bob Hoskins. Schauderlich. Oder die weichgespülte PG13 Verfilmung eines Mortal Kombat. Trashig, unterhaltsam, aber auch alles andere als Vorlagengetreu. Den Vogel schießt hier nur die Survival Horror Vergewaltigung von Alone in the Dark ab. Ja, Uwe Boll hat so einige Versoftungen auf filmische Wege geerdet. Um nicht zu sagen beerdigt. Zwei wietere Survival Horror Vertreter, die es zu Lichtspielhaus Ehren gebracht haben, wären Resident Evil und eben Silent Hill. Während Ersteres zur maroden Fließband Serie verkam und die wertvollen Tugenden des Games mit aller Kraft in die Weichteile tritt, kann man Silent Hill die wohl größtmöglichste Vorlagentreue attestieren.



2006 Schlug der erste Teil ein, wie eine Wucht. Allerdings nur bei Kennern der Serie, die 1999 auf der PS1 ihrere nebeligen Wurzeln hat. Das faszinierende Art Design. Die fragmentierte Musikuntermahlung. Viele Figuren der Serie mit der beinahe unveränderten Grundessenz sorgten für viel positive Resonanz. Wie gesagt bei den Kennern des Spieles. Echte Filmkritiker stiegen einfach nicht dahinter. Verständlich. Beruht der Effekt eines Silent Hill's ehr auf psycholigscher Dichte und audiovisuell bedrückendem Ambiente, als auf erklärenden Dialogen und schlüssigen Story Spitzen.

Revelations setzt genau am ersten Film an. Diesmal werden sehr viele Handlungselemente des ditten Serienteils, der 2003 erstmals für PS2 erschien, behandelt. Das macht deshalb Sinn, weil Teil 1 und 3 der Spiele Saga viele Parallelen und Plotfäden verbindet. Teil 2 aus dem Jahre 2001 hat mit den anderen Spielen, bis auf die Stadt Silent Hill, nichts gemein, wäre aber grundlegend eines der besten Spiele aller Zeiten und thematisch ebenfalls eine hächst interessante Verfilmung wert.

Nun haben wir trotz aller positiven Aspekte trotzdem einen merklich schwächerern Film, als noch vor sechs Jahren. Denn trotz des ausufernd schaurigen und sehr morbiden Designs, dem höchst brillianten Soundeffekten und eben dem tollen Gespür für die Vorlage, fehlt aber vor allem eines; das Unausgesprochene. Hä? Ja. Im ersten Teil gab man sich über weite Strecken auch einfach mal der aschfahlen Ruhe hin, erläuterte nicht permanent den nächsten Schritt und es wurde das druckvolle "Mittendrin/ganz allein"-Spielgefühl sehr deutlich in das Medium Film transportiert. In Revelations gibt es diese Moment nur sehr selten und das "Lyncheske" Elemente weicht viel wirren Gesabbel und schwachen Erklärungen...sei's drum.

Fazit...wer die Spiele liebt und auch den ersten Film mochte, wird das hier als liebevollen, leidenschaftlichen und mit wenig Kompromissen behafteten Fan Service gut in Erinnerung behalten. Wer auf düstere Bilder, fiese Schocks und einige markante Splatter Hellraiser Ausrater steht, kommt ,mit Abstrichen bei der Geschichte, ebenfalls auf seine Kosten. Steht man aber auf gut geschlüsselte Horrorthriller und fähiges Autorenkino oder kennt die interaktiven Vorlagen nicht, den kann ich auch verstehen, denn nur für sich genommen, ist Revelations wie der erste Film, ein ziemlich verschwurbelter, optisch beeindruckender Selbstzweck. Ich fand ihn gut, wenn auch Jacob's Ladder(1990) mit Tim Robbins die wohl stimmigste stille Hügelchen Variante auf Celluloid darstellt.

7/10

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