Review

Bereits sechs Jahre sind vergangen, seit Rose sich mit ihrer Tochter nach Silent Hill begeben hat. Vater Harry und seiner mittlerweile erwachsenen Tochter Heather steht ein erneuter Umzug bevor, denn die Ereignisse von damals haben sie immer wieder eingeholt. Doch auch diesmal soll der Spuk nicht von ihnen weichen, denn bereits nach kürzester Zeit wird Heather von schrecklichen Visionen geplagt, die ihre Realität in ständige Albträume verwandeln. Als sie dann auch noch in einen Mordfall verwickelt wird, ist es für sie und Vincent, einen Jungen, den sie in der Schule kennengelernt hat, bereits zu spät, denn ihr Vater wurde entführt und die einzige Spur im Haus ist ein blutverschmierter Hinweis und ein mysteriöses Symbol, das sie zurück nach Silent Hill locken soll.

Auch wenn ich die Spielereihe immer noch nicht kenne, weckte der tolle Vorgänger von Christophe Gans doch für Revelation ein gepflegtes Maß an Hoffnungen und Erwartungen. Die Story ist dabei im Prinzip ähnlich, nur das anstatt Mama das Töchterlein in Silent Hill zu finden versucht, ist es diesmal an der frisch volljährigen Tochter Sharon ihren Vater der Vorhölle der Stadt zu entreißen. Mama blieb ja bekanntlich dort zurück und ich denke so wie hier am Ende schon mit der Sequelflagge gewedelt wird, dürfen wir uns jetzt schon auf eine Fortsetzung "Auf der Suche nach Rose" freuen.
Man muß aber leider auch klare Abschläge zum Vorgänger machen. War man dort ratzfatz vor Ort, dauert es hier beinahe den halben Film, bis wir endlich das Ortsschild von Silent Hill zu sehen bekommen. Das ganze Vorgeplänkel um die ständigen Umzüge, der rührt-mich-nicht-an Ansprache vor der neuen Klasse oder die neue Figur Vincent (dessen Charakterturn in etwa so überraschend ist, wie der Sonnenaufgang am Morgen) sind alles Sachen, die doch eher sekundär interessant sind.
Wenn man dann endlich den vertrauten Ascheregen zu Gesicht bekommt stellt sich dann aber immerhin teilweise wieder das unheimliche Feeling der ersten Ortsbegehung ein. Ganz die düster morbide Atmosphäre erreicht man hier aber nicht mehr und auch der Sound muß deutliche Abstriche machen. Silent Hill hat deutlich an Intensivität verloren, da hilft auch der 3D Schnickschnack nicht weiter.
Immerhin bekommt man vertraute Gesichter in Form der diversen Höllenwesen wieder serviert. Vor allem der längere Auftritt des physisch wirklich bedrohlich aussehenden Pyramid Head macht Laune, er darf sogar den Showdown gegen die neue Ordens-Oberin austragen. Dazu gibt es ein neues kreatives Spinnen/Puppenmonster spendiert, schade ist da aber eher, das die großen Namen Sean Bean, Malcolm McDowell und Carrie Ann Moss mal nur die üblichen fünf Minuten Auftritte spendiert bekommen haben, da hätte man schon gerne mehr gesehen.
Dazu bekommen Fans auch einige Antworten spendiert (natürlich auch nicht ohne ebenso viele neue Fragen aufzuwerfen) gerade im Bezug auf die böse Alessa und deren Beziehung speziell zu Sharon und das bröckelige Machtgefüge in der Stadt. Revelation spielt aber insgesamt eine Liga tiefer als der erste Film, paßt aber immer noch in die Kategorie einigermaßen gut gelungen, die übliche Sequelkrankheit eben.
6/10

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