Schlitzerfilmchen sind heutzutage Rar geworden. Weil aus dem Genre kaum noch etwas Neues heraus zu holen ist und sich deshalb eigentlich in allen Slashern von heute nur noch Szenen und Handlungen abspielen, die schon X-fach durchgekaut wurden, gibt es nur noch einen ganz harten Kern von Slasher-Fans, die sich, trotz aller Wiederholungen, über jeden neuen Schlitzer erst einmal freuen. Ich gehöre zu diesem Kern und deshalb lockte mich das auffällige Cover zu "Bloody Murder II" (Messer vor Maske) natürlich dazu die 1,50 Euro Leihgebühr zu entrichten und mir auch diesen Slasher rein zu ziehen. Und, im Gegensatz zu vielen anderen heutigen Vertretern des Genres (z. Bsp. "Crack at the Floor" oder "Slash"), habe ich es dieses mal eigentlich nicht bereut.
Die Story zu "Bloody Murder II" ist natürlich löchrig und in keinster Weise innovativ, was sie aber wohl auch nicht sein möchte! Wirklich, aber auch wirklich alle Slasher-Klischees, die einem so einfallen könnten, werden hier durchgekaut. Es gibt die üblichen Regeln (Wer Sex hat, stirbt), die strunzdummen Teenies (darunter natürlich auch ein "quotentreibender Schwarzer"), ein gruseliges Camp und einen stummen Mörder mit allerlei Mordwerkzeugen. Ein Teenie nach dem anderen muss auf bestialische Art und Weise sterben und man rätselt die ganze Zeit mit, wer hinter der Maske steckt. Alles schön so, wie man es, als Slasher-Fan, schon zigfach gesehen hat.
Langweilig wird es dabei aber trotzdem nicht. Die Handlung läuft routiniert ab, ohne vom Wege abzukommen. Die Morde sind schön über den Film verteilt und lassen kaum Längen zu. Zwar erschrickt man sich, nach Hunderten solcher Filme, wirklich nicht mehr, wenn der Mörder plötzlich zuschlägt aber dabei zuschauen tut man ihm dennoch gerne, dass muss man als Slasher-Freak einfach zugeben.
Dabei kann der Film durchgehend sogar mit einer zwar nicht sonderlich dichten, aber dennoch ganz passablen Atmosphäre aufwarten, was vor allem an den guten Locations (Camps erfüllen einfach ihren Zweck), den netten Soundeffekten und dem recht gelungenen Score liegt. Zwar alles nicht unbedingt vom Besten, aber immer noch ganz annehmbar!
Die Morde sind hier allerdings mal wieder das "Ah und Oh", denn sie sind unglaublich heftig geworden und dabei gut inszeniert! Alles schön von Hand gemacht und wirklich mörderisch blutig und brutal. Da werden mit einer Machete Beine abgehackt, eine Kettensäge durch einen Rücken getrieben, ein Kopf mit einem Stein regelrecht zermatscht und eine heftige Enthauptung, wieder mit der surrenden Kettensäge. Die Herzen der Splatterfreaks dürften dabei wirklich vor Freude hüpfen und man wundert (und freut) sich, dass die FSK hier trotzdem ohne Probleme ihr KJ-Siegel drauf geklebt hat! Gegen das Gesplatter in diesem Film wirken manche Morde, die früher aus so manchem Freitag-Film flogen, wirklich harmlos!
Was die Darsteller betrifft ist alles im gelben Bereich. Für richtig große Filme natürlich ungeeignet, sind die Leistungen für einen Slasher noch ganz passabel! Aber bitte nicht das Schauspielern zum Hauptberuf machen, denn das könnte ins Auge gehen!
Fazit: Harter und einigermaßen spannender Slasher, der zwar klischeebeladen ist bis zum geht nicht mehr, aber trotzdem, oder gerade deshalb, recht gut ins Slasher-Sortiment passt. Bluttriefende Morde, ein gruseliger Killer und eine ganz annehmbare Atmosphäre können genau das bieten, was der Slasher-Fan so ab und an mal haben möchte. Nichts was man unbedingt gesehen haben muss, aber für einen unterhaltsamen Horror-Abend ganz gut zu gebrauchen ist!
Wertung: 6,5/10