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John (Scott Adkins) erwacht aus dem Koma. Seine letzte Erinnerung: Wie seine Frau und seine Tochter vor seinen Augen von Unbekannten auf brutalste Weise exekutiert wurden. Er wird darüber aufgeklärt, dass ein gewisser Luc Deveraux (Van Damme) hinter dem tödlichen Übergriff steckt. Auf eigene Faust macht er sich auf die Suche nach dem Killer, nicht ahnend, dass er dabei einem fingierten Komplott auf den Leim geht…

UNIVERSAL SOLDIER – das Konzept kennen wir aus Teil 1: Tote Elite-Soldaten werden von einer Geheimorganisation der Regierung wiederbelebt und mittels Computerchip im Kopf zu Killermaschinen umgebaut. Wer (wie ich) kein einziges Sequel von UNIVERSAL SOLDIER gesehen hat, sondern nur das Original kennt, sollte sich nicht abschrecken lassen. Der vorliegende vierte Teil DAY OF RECKONING funktioniert im Grunde völlig eigenständig. Vorkenntnisse sind also nicht unbedingt nötig.
War der erste Teil ein Gipfeltreffen zweier – damals wie heute – überaus namhafter Actionstars, stellt Teil 4 ein Revival dessen dar. Im Zuge von EXPENDABLES 1 und 2 scheint es in Mode geraten zu sein, alternde Heroen des Hau-drauf-Genres aus ihren billigen Einzimmer-Appartements zu holen, sie von der Flasche weg zu zerren und ihnen ein zweites Paar „15 Minutes Of Fame“ auf der Leinwand zu gönnen. Einen großen Teil der Menschheit wird das kalt lassen. Der geneigte Actionfan giert jedoch danach.

Egal. Wie in Teil 1 treten jedenfalls die Actionlegenden Jean-Claude Van Damme (HARTE ZIELE, BLOODSPORT) und Dolph Lundgren (PUNISHER, SILENT TRIGGER) auf, hier aber nicht unbedingt als Rivalen. Zwar sind sie in ihrem Wesen von Grund auf verschieden. Im Film nehmen beide anfangs die Rolle des Bösen ein. Dolph mimt den lautstarken Agitator, der alle „Universal Soldiers“ zum Aufstand drängen will. Van Damme dagegen den stillen Anführer im Hintergrund. Apropo „still“: Van Damme tritt ganz schön wortkarg auf. Seine ersten Sätze spricht er erst eine Dreiviertelstunde nach Beginn. Außerdem scheint der Zahn der Zeit heftig an ihm zu nagen. Dahin sind die Zeiten des von ihm patentierten Spagats.
Die Action-Ikonen als Randfiguren auftretend, steht im Mittelpunkt des Geschehens hauptsächlich John, gespielt von der hyper durchtrainierten Kampfmaschine Scott Adkins, der dem einen oder anderen gewiss aus THE TOURNAMENT, EXPENDABLES 2 und UNDISPUTED 2 + 3 ein Begriff sein dürfte. Der Kerl hat einiges auf dem Kampfsportlichen Kasten und holt so manches aus seiner Trickkiste. Geboten werden Verfolgungsjagden, Autostunts, wahnsinnig harte Prügeleien, Saltokicks und zackige Fights mitunter sogar mit spritzigen Splatter-FX garniert. Als Waffe kommen zum Einsatz Baseballschläger, Axt und Machete. Es fliegen Köpfe und Gliedmaßen. Die rote Suppe fließt in Strömen und der Showdown zwischen John und Dolph bzw. John und Van Damme erreicht gar die Qualitäten des Endkampfs von FREDDY VS. JASON.
Alle an Kampfszenen beteiligten Schauspieler scheinen kampfsport-technisch was auf dem Kerbholz zu haben, sehen jedenfalls alle aus wie Wrestler, Berserker oder Hulk Hogans. Van Damme und Lundgren liefern trotz grauen Haaren und Wohlstandsspeck noch eine löbliche Leistung ab.

Die Story an sich ist einigermaßen spannend erzählt, mit einer Laufzeit von beinahe 110 Minuten aber entschieden zu lang. ACHTUNG: SPOILER! Ferner enthält der Plot diverse Parallelen zu TERMINATOR 4. „Ein Terminator, der nicht weiß, dass er ein Terminator ist“ – das ist zwar tricky, aber alles andere als neu und somit auch relativ vorhersehbar. SPOILER ENDE! Des Weiteren tappt man als Zuschauer ab und an in mittelgroße Logiklöcher: Was sollte diese Soldier-Widerstandbewegung denn eigentlich bringen? Und warum ist Van Damme im Showdown so komisch weiß geschminkt? Frage wie diese tauchen auf, werden dann allerdings von Non-Stopp-Brutalo-Action niedergebolzt und dem Erdboden gleich gemacht, sodass nur Wohlgefallen, Blutmatsche und ein positiver Gesamteindruck zurückbleibt.

Action / Gore: (+)(+)(+)(+)(-)
Story / Logik: (+)(+)(-)(-)(-)
Testosteron: (+)(+)(+)(+)(+)[(+)(+)]

Fazit:
Splatterträchtiger, vor übertriebener Männlichkeit strotzender Brachialo-Bomber. Mit dem nötigen Maß an Gewaltgeilheit betrachtet macht der Film echt ordentlich Laune.

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