"Universal Soldier - Day Of Reckoning": Was da im Vorfeld zu lesen war von knüppelharter Action usw. ... nun ja - knüppelhart ist auch ein durchaus passendes Adjektiv.
Fast hätte ich mir den Film blind gekauft, denn die Teile 1-3 (so unterschiedlich sie auch sein mögen) brachten alle ihre eigenen Qualitäten ein und waren allesamt brauchbare Actionfilme. Doch glücklicherweise habe ich mir den vierten Teil doch erstmal nur ausgeliehen und gesichtet.
Positiv sind die Szenen mit Arlovski und Scott Adkins. Da gehts, unter Verwendung von allerlei Utensilien, knüppelhart und temporeich ab. Alle anderen "Action"-szenen des Films sind mir, ehrlich gesagt, viel zu kurz. Wobei die fehlende Länge der Fights mit Brutalität kompensiert wird - was eher selbstzweckhaft wirkt.
Wie gesagt - die ersten drei Teile waren ACTIONFILME (auch wenn der dritte schon diesen billigen "im-Osten-für-lau-produziert"-Look hatte) - der vierte Teil erinnert doch sehr stark an einen Horrorthriller mit Actioneinlagen. Fehlende, treibende Musik in den Actionszenen, superdüstere Bilder, unpassende surreale Anwandlungen und der nervige Stroboskop-Effekt, der dem Zuschauer mehrmals aufgezwungen wird, führen zu einem filmischen Bastard, der mir überhaupt nicht wie "Universal Soldier" vorkommen will. Eigentlich bezeugen nur die Auftritte von Van Damme (der hier mit versteinerter Miene echt gruslig ist) und Dolph Lundgren vom vierten Teil dieser Reihe.
Schade, denn aus den beiden und natürlich aus Scott Adkins hätte man hier mehr rausholen können. Adkins kann zwar gegen Andrei Arlovski überzeugen, später darf er auch Van Damme und Lundgren vermöbeln, was aber nicht wirklich prickelnd ist. Kurz vor Showdown marschiert er dann auch noch durch die Gänge der UniSol-Untergrundbewegung (auf die dämliche Story will ich wirklich nicht näher eingehen) und macht innerhalb von zwei Minuten etwa zwanzig Universal Soldiers platt. Oje oje, soviel Verschwendung von möglich gewesener, packender Kampfchoreographie macht mich traurig.
Wovon der Film dafür wahrlich genug hat, ist unnötige Brutalität - und dabei ist es wirklich nicht so, dass ich Brutalität in Actionszenen nicht zu schätzen wüsste - ganz im Gegenteil! Wenn aber die Action versagt und nur die Brutalität bleibt: sinnlos und enttäuschend.
5 / 10