Ann, eine Frau in den mittleren Jahren, freundet sich mit ihrer elfjährigen Nachbarin Julie an und wird zunehmend eifersüchtiger auf die wahre Mutter des kleinen Mädchens. Als ihre Zuneigung in Besessenheit umschlägt, versucht sie Julie bei sich einzusperren. Dies bleibt nicht unbemerkt von Anns Tochter Dorothy die mittlerweile selbst Kinder hat und nun ihre Mutter aufhalten muss.
Das man Menschen, die hobbymäßig wehrlose Schmetterlinge auf Papier pinnen, nicht vertrauen kann, beweist dieser Thriller ziemlich eindrücklich. Dies betrifft die ältere, alleinstehende Dame Ann, die einen seltsamen Besitzanspruch auf kleine Mädchen aus der Nachbarschaft ihr Eigen nennt, das sich sogar bis zur Manie steigert.
Warum man dafür aber so eine komplizierte Erzählstruktur wählen mußte, weiß wohl auch nur der Drehbuchschreiber selbst. Hier wird munter durch die Zeitebenen getänzelt und zudem erzählt man gleich zweimal die Geschichte von Ann und einem jungen Mädchen und wechselt ebenfalls munter von Julie zu Alice, die sich ungewollt beide an Anns bevormutternder Art erfreuen dürfen. Dieses ständige wechseln der Plotten verlangt doch einiges an Aufmerksamkeit, zum gemütlich nebenher schauen ist der Film eher ungeeignet.
Dafür kann man mit einer sehr guten Hauptdarstellerin punkten (überhaupt ist das ein sehr frauenlastiger Cast). Barbara Steele hat den gesunden irren Blick und man merkt als Zuschauer sehr schnell, das die Gute längst nicht mehr alle Zylinder am Motor hat bzw. eine Leiche im Keller hat (respektive in diesem Fall im Fahrstuhlschacht). Sie strahlt auf jeden Fall etwas bedrohliches aus.
So ist Butterfly Room jedenfalls ein genießbarer All-Girl Psycho Thriller, der auch weitgehend ohne Bluteinsatz und Mord und Totschlag auskommt, aber sich irgendwie selbst unnötig kompliziert macht. Horror Fans dürfen sich aber immerhin auf ein Wiedersehen mit Heather Langenkamp und einen Cameo von Joe Dante freuen.
6/10