Review

Bei einem Übungsmanöver vor der koreanischen Küste stürzen urplötzlich nicht nur zwei US-Kampfjets ins Meer, sondern auch deren Flugzeugträger samt Begleitschiffen gehen unter, nachdem sie von einem unbekannten Angreifer attackiert wurden. Da sämtliche elektronischen Geräte ausfallen, ist auch keine Kommunikation mit der Zentrale in Washington mehr möglich. Doch wer ist dieser unbekannte Aggressor, der auch eine nahegelegene Insel unter Feuer nimmt?
An Bord der USS Iowa, einem Weltkriegsveteranen, bereitet sich derweil Käptn James Winston (Mario Van Peebles) darauf vor, seinen altgedienten schwimmenden Untersatz in ein Museumsschiff zu verwandeln. Dazu soll die Iowa wieder in den Zustand von vor über 60 Jahren zurückversetzt werden, wozu die verantwortliche Museumsleitung ein paar junge Hühner abkommandiert hat. Achja, ein paar Elitesoldaten befinden sich zufällig auch noch an Bord, als das Schiff seine vorgeblich letzte Reise antritt. Zunächst läuft alles nach Plan, dann jedoch geraten Winston und Konsorten auch ins Visier des fremden Angreifers, der ihre Bordelektrik außer Gefecht setzt. Dumm gelaufen? Nicht ganz, denn die konventionelle Technik der Iowa hält den unerklärlichen Störungen stand, und der Käptn geht auch schnell zum Gegenangriff über. Als sich herausstellt, daß nicht etwa die verdächtigten Nordkoreaner oder Chinesen hinter den Attacken stecken, sondern radioaktive Außerirdische, die die Erde erobern wollen, liegt das Schicksal der ganzen Welt plötzlich in den Händen von James Winston. Wird es ihm gelingen, die Aliens zu vertreiben...?

Ein weiterer Mockbuster aus dem Hause The Asylum ist der 2012 erschienene Actioner American Warships, der im Fahrwasser des im selben Jahr erschienenen Battleship wilderte und mit ähnlicher Thematik ein paar Zuschauer abzugreifen versuchte - ein in der Regel zum Scheitern verurteilter Versuch. Nicht daß das Original - das mit u.a. Taylor Kitsch, Liam Neeson, Alexander Skarsgård und Popsternchen Rihanna immerhin über eine namhafte Darstellerriege verfügte - ein Kassenschlager wurde, aber die vorliegende Billigsdorfer Version für den SyFy-Channel krankt schon gleich in der Anfangsszene an seinem ungleich niedrigerem Budget, wenn ein Jäger startet und dann ein ganz anderes Flugzeug abstürzt, von den hundsmiserablen CGI-Raketeneinschlägen, Explosionen und nachfolgenden Feuerchen ganz zu schweigen.

Da mag man dann großzügig darüber hinwegsehen, daß Van Peebles in seiner stark beengten Kommandobrücke (die eher wie eine Kombüse aussieht) mit wenigen Worten den, ähm, Ernst der Lage erfasst und fast schon lakonisch Kommandos erteilt, schließlich ist er mit einem Mal die letzte Rettung für den einen Atomschlag der Chinesen/Nordkoreaner fürchtenden Präsidenten.
Zur Betonung ihrer Wichtigkeit tragen die Offiziere an Bord übrigens alle khakibraune Hemden mit reichlich Lametta auf der Brust, doch nur der Käptn (ok, auch ein älterer Fuzzy, pardon, Admiral aus seinem Gefolge) verfügt über ein (deutlich zu großes) Baseball-Cap, auf das mit gelben Lettern USS Iowa gestickt wurde. Die meisten anderen an Bord tragen (ebenfalls zu große) Baseball-Caps, allerdings gänzlich ohne Aufschrift - man weiß ja schließlich was sich gehört.

Zur Ehrenrettung Van Peebles sei erwähnt, daß er für die sicher nicht besonders hohe Gage des Streifens immerhin den ganzen Film über anwesend ist, während beispielsweise ein gewisser Bruce Willis in ähnlich "hochwertig" gelagerten Produktionen teilweise nur wenige Minuten zu sehen ist. Der zweite bekannte Name in American Warships ist jener von Carl "Apollo Creed" Weathers, der seine Rente hier mit einer unauffälligen Nebenrollen-Darstellung eines ranghohen Offiziers aufbessert - den jahrelangen Rocky-Herausforderer sieht man ihm begreiflicherweise nicht mehr an. Der Rest des Cast (die Frau im Tanktop ist Professorin und "entdeckt" u.a. ein uraltes Telefon an Bord, das noch funktioniert) chargiert zwischen holzschnittartig langweilig und pathetisch blöd und ist in keinem Fall einer weiteren Erwähnung wert.

Der technische Hintergrund des Angriffs, ein elektromagnetischer Impuls (EMP), wird schon nach einer Viertelstunde Filmlaufzeit beiläufig erwähnt (woher wissen die das eigentlich?), und daß der Aggressor aus dem Weltall stammt, wird filmdramaturgisch auch zu früh offenbart, womit die sehr geringe Chance, hier etwas Spannung aufkommen zu lassen, von vornherein vertan wird.

Am ärgerlichsten sind jedoch die billigen Computerspielereien, die streckenweise einem PC-Spiel der 1990er Jahre entnommen scheinen und selbst an den Stellen, wo die leider durch die Bank erbärmlichen Effekte in reale Hintergrundaufnahmen montiert wurden, überdeutlich als solche zu erkennen sind. Dazu kommen permanente namentliche Anspielungen auf das Star Wars-Franchise, dessen Publikum Regisseur Thunder Levin (der für einige Sharknado-Drehbücher verantwortlich zeichnet) offenbar auch gleich noch mit ansprechen wollte.

Zusammen mit der Tatsache, daß sich das eigentlich aus einem einzigen, riesigen Logikloch bestehende American Warships auch noch fürchterlich ernst nimmt, bedauerlicherweise nicht an einer einzigen Stelle über auflockernde, unfreiwillige Komik verfügt und stattdessen plot- wie auch bildtechnisch von einer Peinlichkeit zur nächsten springt, ergibt sich ein recht eindeutiges Gesamturteil: absolute Zeitverschwendung! 1 Punkt.

Details
Ähnliche Filme