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Der Teenager Nick hat im Internet das Computerspiel Aftershock entdeckt. Aftershock bietet eine revolutionäre Neuerung: Die dritte Dimension. Mit einer Virtuality-Brille loggen sich die Spieler in eine eigenständige Cyperspace-Welt ein. Es gilt, hochgefährliche Aufgaben zu bestehen, während der Spieler von einem Heer virtueller Söldner verfolgt wird. Nick wird schnell zum Star von Aftershock. Auf dem höchsten Level begegnet Nick dem virtuellen Schurken Neville, der ihn auffordert, einen Hackerauftrag zu erledigen. Als Nick sich weigert, manipuliert Neville den Computer des FBI, so dass Nick auf deren Fahndungsliste steht.

Terry Cunningham war für mich immer der Mittelklasse Regisseur, dessen Filme sicher nie in die Nähe einer Oscar Verleihung zugelassen würden, aber irgendwie immer noch ganz nett unterhaltsam sind, für einen Abend ohne gehobene Ansprüche. Virtual Storm kann allerdings leider auch keine bescheidenen Vorstellungen zufriedenstellen, was man wohl hauptsächlich dem Script und dem eingeschränktem Flatrate-Budget in die Schuhe schieben darf.
Immerhin konnte man sich noch einige bekannte B-Mimen und Ex-Rapper leisten, sieht man immer wieder gerne, nur die Hauptrolle ging leider an ein mir unbekanntes Milchgesicht ohne großen Wiedererkennungsfaktor. Dafür beging man den feigen Weg von Produzenten, die sich keine teuren Sets leisten können und sich so einfach bei Footage älterer Filme bedienen. Auch bei Virtual Storm gilt da die Faustregel, alles was irgendwie teuer oder kompetent gefilmt aussieht, seien es die Autoverfolgungsjagd oder die Explosion eines Gebäudes, ist mit Sicherheit nicht für dieser Werk gedreht worden.
Bei eigenen Szenen siehts dafür eher traurig aus. Der Film ist einfach viel zu dialoglastig. Action gibts nur geringe (selbstgedrehte, wie gesagt)und mit Science Fiction hat die Nummer auch beinahe gar nichts zu tun. Stattdessen versucht sich Cunningham an einer unpassenden Mischung aus Cyberkrimi, Katastrophenfilm und einer generellen Vermischung von virtual Reality. Die zwei Subplots um den jungen Hacker und der neuen Satelliten-Anlage, die auf Knopfdruck gezielte zerstörerische Stürme generieren kann, laufen eher uninspiriert nebeneinander her, nur um dann in einem wahrlich enttäuschenden Finale (sowohl in Sachen Action als auch Spannung, den die Enthüllung der Hintermänner ist eigentlich ein schlechter Witz) aufgelöst zu werden.
Es bleibt einfach dabei, viele Filme versuchen die virtuelle und die reale Welt zu verknüpfen, aber den wenigsten gelingt es. Auch hier gibts nur langatmige Kost, die versucht eigene Geschwätzigkeit durch einbauen fremder Filmszenen aufzuwerten, einer leidigen Unart heutzutage. Singuläres optisches Highlight war für mich Bai Ling mit ihrer blauen Perücke, den Rest kann man sich getrost schenken.
3/10

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