Zuweilen ist es schon ärgerlich, auf einen eindeutig gewichteten Trailer als auch auf ein einschlägiges Cover hereinzufallen, wenn man einen Kickbox-Actioner erwartet und ein Drama mit ein paar müden Moves serviert bekommt. Aber auch als Familientragödie mit Anlehnungen an Shakespeare funktioniert der malaysische Streifen überhaupt nicht.
Drei unterschiedliche Halbbrüder zieht es in ihr Küstendorf zurück: Den Kickboxer Adil, den profitgierigen Lehrer Bakar und den Auftragskiller Ilhan, der just Adil umbringen soll, ohne von einer familiären Bindung zu wissen…
Was sich zunächst wie spannender Stoff für einen bewegungsreichen Thriller anhört, entpuppt sich binnen kurzer Zeit als fragmentartig erzähltes Drama, dessen Inhalt es nicht fertig bringt, die wesentlichen Protagonisten auf den Punkt zu skizzieren. So wird man mit niemandem warm, hohle Weißheiten („Es hat keinen Sinn, mit Blinden über Farben zu reden“) verärgern zusätzlich, lediglich einige ansehnlich gefilmte Flashbacks halten ein vages Interesse offen, was es mit einem Jungen auf sich hat und in welcher Relation er zu den drei Brüdern stehen mag.
Dabei ist der Inszenierung auf visueller Ebene nichts anzukreiden, da ein paar kontrastreiche Panoramen von Strand, Wald, einem Friedhof und diversen Wolkenfeldern durchaus nett anzusehen sind, während auch auf darstellerischer Ebene passables Niveau geboten wird.
Doch der Erzählung fehlt jegliche Dynamik, was auch in den wenigen Kampfszenen durchschimmert, die insgesamt maximal fünf Minuten einnehmen, denn Choreographie als auch Inszenierung sind an altbackenen Stilmitteln kaum zu unterbieten.
Derweil mag man sich nach und nach ausmalen, was es mit den eigentlichen Hauptfiguren des Vaters und Adil auf sich hat, warum unbedingt das Land behalten werden sollte und weshalb es immer problematisch ist, das Elternhaus für einige Jahre komplett hinter sich zu lassen.
Doch auch in diesem Punkt wird die Kernaussage viel zu offensichtlich in verheißungsvolle Bilder gepackt, man wandelt zwischen Meditation und Halluzinationen und packt noch einige Stillleben dazwischen, damit auch jeder begreift, worauf es im letzten Akt hinauslaufen könnte.
Mag sein, dass manch eingefleischter Arthouse-Fan bei diesem Streifen völlig aus dem Häuschen sein könnte, doch jeder, der auch nur ansatzweise Spannung und Action erwartet, sollte einen großen Bogen um „Bunohan“ machen. Jedoch auch Freunde emotional aufgezogener Dramen sollten gewarnt sein, denn das einzige was hier in die Tiefe geht, sind zwei luschig in Szene gesetzte Kehlenschnitte…
3 von 10