Abt. Filmexoten drehen Zombiefilme
Die Menschheit ist durch ein künstlich erzeugtes und außer Kontrolle geratenes Virus dahingerafft worden. Die ganze Menschheit? Nein, ein paar Kinder, die nach dem Ausbruch geboren wurden, haben merkwürdige Male am Hals, sind immun und überleben. So auch die 9-jährige Camille, die durch die zerstörte Welt irrt, immer hungrig und immer mit der Angst, dass Untote ihr auflauern. Doch seit Neuestem hat sie einen neuen Feind: Das Militär ist hinter ihr her, um sie einzufangen und wahrscheinlich um sie zu sezieren, damit man herausfindet, warum sie immun ist. Camille trifft auf ein anderes Kind, das in der gleichen Situation steckt. Gemeinsam machen sie sich auf dem Weg zum Meer, weil sie sich dort Hilfe erhoffen.
Nach dem wirklich positiven kubanischen Beitrag "Juan of the Dead" präsentieren jetzt die Chilenen ihre Version vom zombiebedingten Abgang der Zivilisation im Allgemeinen und der Welt im Speziellen. Deutlicher zweiter Sieger hier bleibt allerdings AotlD. Es ist dabei ja durchaus löblich das sich die Südamerikaner offensichtlich Gedanken gemacht haben neue Wege zu beschreiten, statt einfach nur more of the same zu produzieren, aber diese neuen Ideen gingen doch leider mit Karacho in die Unterbuxe.
Das Hauptanliegen lag offensichtlich auf den zahlreichen Farbspielereien. Alles ist in tristem grau gehalten, was ja im Grunde auch zur Stimmung paßt nur unterbrochen von einigen Rotstichen, teilweise sogar im selben Bild. Mit der Zeit ist das aber mehr lästig als stimmungsfördernd und man wünscht sich eigentlich nach 20 Minuten, das die Macher mehr Wert auf eine vernünftige Story gelegt hätten.
Auch nicht ganz glücklich fand ich die Idee, die Apokalypse aus Kinderaugen darzustellen, sozusagen um die Kluft zwischen Unschuld und Inferno zu versinnbildlichen. Das mag zu Beginn, als die Exposition mittels Kinderzeichnungen geschildert werden, ja noch ganz nett sein, aber die Verknüpfung zwischen Kindheitsdrama und Zombieschocker erschließt sich für mich nicht gerade als erfolgreich. Anfangs ist es noch die 9jährige Camille, danach stoßen weitere Kids dazu und irgendwann hat das ganze doch mehr den Charakter eines Grunschulausflugs, als dem harten Kampf ums Überleben.
Um der Innovation dann noch die Krönung aufzusetzen werden auch noch die essentiellen Rollen vertauscht. Die Kids sind immun gegen das luftübertragene Virus und werden auch von den Infizierten nicht attackiert. Das geht dann sogar soweit das die vermeintlichen Bestien sogar hilfreich sind und die verbleibenden menschlichen Militärs die eigentliche Bedrohung darstellen, da sie die Kinder für Experimente gefangen nehmen wollen, oder sogar totzuschießen versuchen.
Da muß der geneigte Fan doch etwas schlucken und liebgewonnene Klischees für 75 Minuten über Bord werfen. Aber abgesehen von der ungewohnten Konstellation versprüht der Film auch keine wirkliche Spannung. Man sieht die kleine Camille durch zerstörte CGI Landschaften laufen, Regenwürmer futtern und ähnlichem. Dazu kommen permanente Flashbacks hin zur Trennung von der Mutter und deren Ansteckung, die dann auch regelmäßig eventuell aufkeimendes Interesse sofort wieder im Keim ersticken.
Für mich ist dieser Versuch zwar gut gemeint, aber gleich mehrfach mißglückt. Die Figuren bleiben grau wie ihre Umgebung, das ständige Gedüdel vom dramatisch gemeinten Score nervt auf Dauer und wirkliche Zombieaktionen bleiben Mangelware (hier ist ja nicht mal der obligatorische Kopfschu0 mehr vonnöten).
3/10