Ob „Friedhof der Kuscheltiere“ oder „Wolfen“, - der Spirit indigener Völker durchzieht das Genre des Horrorfilms in regelmäßigen Abständen, doch in jüngerer Zeit werden etwaige Riten oder Gebräuche eher dazu missbraucht, einen Slasher von der Stange auf die Beine zu stellen, um zumindest eine Grundlage vorzuweisen. Bei vorliegendem Streifen ist es leider kaum anders.
Die fünf Archäologiestudenten um Miranda machen sich auf, um in einem abgelegenen Sumpfgebiet in Florida die Opferstätte eines Indianerstammes zu untersuchen, wo später einige Morde und Hinrichtungen stattgefunden haben sollen. Als einer der Studenten einen Beutel mit magischen Stäbchen findet und diese unüberlegt in den Boden steckt, nimmt das Schicksal seinen Lauf…
Die ersten 45 Minuten werden leider damit vergeudet, wie die stereotypen Figuren in der Gegend herumforschen und dabei ein sehr oberflächliches Bild ihrer Persönlichkeit durchschimmern lassen. Da gibt es die Zurückhaltende, den Nerd, das Knutschpaar und den reichen Nörgler, jedoch niemanden, der Sympathien an sich reißen kann.
Das Intermezzo mit dem Indianer, welcher sich mürrisch als Bootsmann anbietet, vermag noch ansatzweise Atmosphäre schüren, doch mit Ankunft im ehemaligen Lager und dem Inspizieren eines lange nicht betretenen Hauses bleibt es für einige Zeit ereignislos.
Doch auch als das historisch vorbelastete Land seine Opfer fordert und die Gruppe rasch dezimiert wird, will nie so recht Suspense aufkommen. Zwar ist die Idee der Buße für vergangene Sünden immer wieder für Abwechslung gut, doch hier wirkt die Umsetzung zu wahllos und zudem nicht immer konsequent. Zumindest sorgen kurze Flashbacks für kleine Anekdoten am Rande und lockern das ansonsten recht eintönige und in jeder Hinsicht vorhersehbare Geschehen auf.
Die wenigen Ableben lassen indes eine leichte Vorliebe für Achtziger-Horror erkennen, denn die handgemachten Effekte und die dazugehörigen Make-up Einsätze wirken für kurze Momente angenehm Old School, etwa als einem das Herz herausgerissen wird oder eine andere Person zu einem Klumpen Fleisch mutiert, während als düstere Vorzeichen Innereien und Gekröse zwischen Geäst zu finden sind.
Gemeinsam mit dem eingängigen, jedoch gefälligen Score sind dies jedoch die einzig positiven Merkmale des Streifens, der neben einer soliden Kamera und dem einigermaßen atmosphärischen Schauplatz nichts Markantes vorzuweisen hat.
So wirken amerikanische Studenten eher wie unterbelichtete Katalog-Models, Flüsterstimmen, Flashbacks und die Sichtung alter Videoaufnahmen schüren immerhin noch Ansätze einer leichten Gruselstimmung, doch alles Weitere kann sich nicht von belangloser Massenware absetzen. Größtenteils lahme Mimen mit teils dämlichen Dialogen bewegen sich planlos und unkoordiniert im Sumpfgebiet, die Ableben erfolgen überwiegend unspektakulär und erhoffte Twists bleiben gänzlich aus, während angedeutete Hintergründe vermehrt in Logiklöchern versinken.
Uninspiriert, ohne Drive und frische Ideen mäandert „Sacred“ ohne erwähnenswerte Schauszenen vor sich hin und darf infolgedessen problemlos in den ewigen Jagdgründen austauschbaren Teen-Horrors verschwinden.
3,5 von 10