In zweiten Film der „Star Trek“-Reihe bekommt die altbekannte Crew den titelgebenden Zorn des Khan zu spüren.
Doch vorerst muss man sich weniger mit zickigen Weltraumschurken, sondern eher mit dem eigenen Alter herumschlagen. An sich soll man nur eine Kadettenmannschaft für die Enterprise ausbilden, während man selbst Probleme mit Sehstärke und ähnlichen Dingen hat. Eine Übung dient hierbei als Opener, ist aber im Vergleich zu vielen B-Filmen nicht sofort als solche erkennen und zeigt, dass hier doch einiges an Geschick hinter steckt.
Von der alten Crew getrennt ist Mr. Chekow (Walter Koenig), der Wissenschaftler bei dem so genannten Genesis-Projekt unterstützen soll mit dessen Hilfe man Leben auf verwüsteten Planeten kreieren kann. Leider stößt er bei einem Erkundungsflug auf einen scheinbar unbewohnten Planeten auf Khan (Ricardo Montalban), den Kirk mal mitsamt seiner Crew dort zurückgelassen hat. Damit bezieht sich „Star Trek II“ auf eine alte Serienepisode zurück, erklärt das Fieslingsmotiv aber so gut, dass auch Nicht-Trekkies gut mitkommen.
Khan schnappt sich Chekows Raumschiff und will sich auch noch Genesis unter den Nagel reißen, doch eine Mitteilung erreicht die Enterprise. James T. Kirk (William Shatner), immer noch Admiral), übernimmt wieder das Kommando, um die Vorfälle zu untersuchen…
Im Vergleich zum dialoglastigen, in „2001“-Richtung schielenden Erstling ist „Star Trek II“ wieder Sci-Fi im Geist der Serie und greift viele Topoi wieder auf. Neben der Tatsache, dass man mit dem Alter der Figuren spielt, versucht man die Charaktere, vor allem Kirk, zu vertiefen: Kirk erfährt, dass er einen Sohn hat, und stellt wieder fest, dass er lieber Captain als Admiral wäre. Da bleibt leider kaum Platz für Nebencharaktere, allenfalls Mr. Spock (Leonard Nimoy) bekommt noch etwas mehr Screentime und darf gegen Ende sogar den Opfertod sterben – wobei das Ende seine Wiederbelebung für die folgenden Filme klar andeutet.
Erstklassig sind mal wieder Effekte, mit denen hier der Weltraum und alle seine Phänomene auf die Leinwand gebracht werden, allenfalls die Animation des Wundergartens wirkt arg künstlich. Natürlich darf auch hier der Krawall nicht fehlen, sodass zwei Raumschlachten für Action sorgen. Diese sind gut inszeniert, aber vergleichsweise kurz und zeigen trotz einiger Schauwerte nur einen Teil des Actionpotentials, welches spätere „Star Trek“-Filme ausschöpften.
Problematisch wird es bei „Star Trek II“ jedoch bei der Spannungskurve, denn die Story hat nicht genug Substanz für über 100 Minuten Film. Khan will Rache und Genesis, Kirk will ihn aufhalten, das ist schon mal ein simples Konzept und „Star Trek II“ staffiert das Ganze auch mit wenigen Plottwists aus, wenn man von ein paar Listen absieht, die Kirk gegen seinen Erzfeind einsetzt. Zudem geht „Star Trek II“ nach dem Sieg über Khan ein wenig zu lange, da man darauf bedacht zu sein scheint, jedes persönliche Schicksal noch zu Ende zu erzählen.
Schauspielerisch ist „Star Trek II“ jedoch ziemlich gelungen. Die alten Serienkämpen spielen gewohnt gut, teilweise auch mit einem Augenzwinkern (vor allem DeForest Kelley und James Doohan beweisen Ironie). Ricardo Montalban als Schurke ist ebenfalls eine ordentliche Wahl und in einer Rolle als Vulkanierkadettin Saavik darf Kirstie Alley Ordentliches leisten.
Alles in allem ist „Star Trek II“ ordentliche Trekkie-Unterhaltung, bei der es jedoch noch im Spannungsbogen hapert, trotz schicker Effekte und besserer Charakterzeichnung.