Review

Neuer Versuch, neuer Regisseur, neuer Stil, frisches Blut.
Nach dem inhaltlichen Mißerfolg von Teil 1 und den ungeheuren Kosten schrumpfte das Budget für eine Fortsetzung natürlich beträchtlich. Also war Kreativität gefragt und auch noch aus anderen Fehlern hatte man gelernt. Der Ton sollte versöhnlicher werden, der sterile Anstrich wich dunkleren, vertrauteren Tönen, die Uniformen sahen besser aus und es mußte endlich ein brauchbarer Gegner her, am besten einer aus der alten Serie, der Kirk mal wieder am Zeug flicken konnte.

Man suchte und fand Khan aus der Episode "Space Seed" ("Der schlafende Tiger"), dargestellt von Ricardo Montalban, der so recht nach einem Drehbuchherzen war. Hyperintelligent, ungemein stark und sauer bis ins Mark der Knochen, nachdem Kirk ihn auf einem Planeten zurückgelassen hat. Selbiger Planet ist aber etwas aus der Bahn geraten und nun eine öde Wüste, was den Groll nicht gerade gemindert hat. Und als sich Chekhov und Konsorten gerade hier umsehen, um einen toten Felsbrocken zum Zwecke der Genesis-Terraforming zu suchen, schnappt die Falle zu.

Hier liegt zwar einer der Hammerfehler der Produktion (nämlich den unbemerkten Verlust eines Planeten des Systems und die Verwechslung mit einem anderen), aber sonst ist das eine Verfilmung von altem Schrot und Korn, mit allem, was dazugehört.

Das fängt versöhnlich und schwungvoll an, wenn die Helden müde geworden sind, dann die Enterprise notdürftig mit einer Ausbildungscrew besetzt zu einem Duell im Weltraum fliegen, das es in sich hat.
Gleichzeitig geraten wir auch noch in das Gezerre um das Genesisprojekt und bekommen Kirks unehelichen Sohn zu sehen. Und dann ist da natürlich noch das Ende mit dem Tod einer geliebten Figur...

Der Film schlug schon Wellen, da war noch kein Meter gefilmt, denn Spock sollte in diesem Teil sterben. Das wollte nun wirklich kein Fan sehen, doch es kam unausweichlich dazu und diese Szenen sind ein zweiter Höhepunkt nach einem spannenden Duell in einer farbigen Gaswolke mit zwei halb zu klump geschossenen Raumschiffen. Gleichzeitig baute man aber noch Hinweise auf gewisse
Fortsetzungmöglichkeiten ein (der Griff an McCoys Kopf kurz vor dem Tod) und auch die Beerdigung auf dem Genesisplaneten ließ Hoffnung zu, daß Spocks Leiche ja mal reanimiert werden könnte.

Bis dato aber zog Nicholas Meyer seinen Regiejob mit aller Kraft durch und fand genau den richtigen Stil und Rhythmus, um den Kahn auf Kurs zu halten. Montalban ist ein hinreißender Schurke und neben der Kraftprotzerei bot Shatners Kirk hier auch nachdenkliche Seiten an. Statt Leerstellen ist hier beinahe immer etwas los, zusätzlich ironisch gewürzt durch den Einsatz der Vulkanierin Saavik, die streng nach Protokoll arbeitet. Harve Bennetts Skript ist wunderbar funktionell und emotional gleichzeitig und bot genau das, was die Fans im ersten Teil vermißt hatten. Leider hatten wieder nicht alle Crewmitglieder ausreichend zu tun, aber immerhin Chekhov spielte eine größere Rolle.

Dementsprechend fiel zwar das Einspiel geringer aus (der Film war mehr für Kenner und Fans), aber im Aufwand/Einspielergebnis-Vergleich war der zweite Teil wesentlich profitabler.
Und weil die Entrüstung über das Ableben des prominentesten Vulkaniers hochkochte, wurden die Pläne für die nächste Fortsetzung recht schnell angeschoben. Und der Titel beruhigte die Gemüter auch recht schnell wieder.

Diesen zweiten, in eher düsteren Farben gehaltenen und intensiven, Trek-Film kann man allen Liebhabern nur ans Herz legen, auch wenn er nicht so hochglanzpoliert ausschaut wie Runde 1.
Dennoch ein qualitativer Quantensprung. (8/10)

Details
Ähnliche Filme