3 Jahre nach dem künstlerisch wenig wertvollen, aber dafür in lukrativer Hinsicht sehr erfolgreichen Auftakt, durfte die Crew der „Enterprise“ wieder in ein Abenteuer aufbrechen. Und in was für eins. Man hatte aus den Fehlern des Erstlings gelernt und so ist „Star Trek: The Wrath of Khan“ kein Science-Fiction-Prunk für Eyecandy-Puristen, sondern viel mehr für die Trekkies und die waren dankbar.
Um auch eine passende Herausforderung zu finden, wurde der Serienkennern bekannte Khan wieder entstaubt. Der wurde einst auf einem lebendigen Planeten von Kirk ausgesetzt, ist nun aber ziemlich stinkig, weil der Planeten sich nach kosmischen Veränderungen in einen Wüstenplaneten verwandelt hat. Wie es der Zufall so will, schippert der inzwischen auf einem anderen Schiff Dienst tuende Chekov nebst Captain ausgerechnet auf diesen Planeten. Für Khan ist das die Chance zur Flucht und er nutzt sie.
Auch wenn sich das Drehbuch zu Beginn mit der Verwechslung des Planeten und der zufällig fast komplett aus der alten Enterprise-Crew bestehenden Inspektionstruppe alle Dings zurecht biegt, ist „Star Trek: The Wrath of Khan“ einer der besten seiner Reihe. Das liegt zum einen daran, dass die Figuren merklich gealtert sind und latent Selbstironie (Kirk z.B. mit Brille) mitschwingen lassen. Wesentlich sympathischer als im ersten Teil agierend, darf man ihren lieb gewonnen Marotten folgen. McCoy ist wie immer griesgrämig und zynisch, während Mr. Spock geradezu genüsslich mit Logikdenken auf seinen Nerven herumreitet. Man kennt die Typen, hat sie so ins Herz geschlossen und das sorgt für Nostalgie – trotz verschiedener Modernisierungen wie der Uniform und der dem Kinoniveau angepassten Sets.
William Shatner spielt sich immer noch sehr gern selbst vor der Kamera, hat aber jetzt einen Gegner, an dem er sein Ego austesten darf. Dass nun die Wissenschaftlerin des „Nemesis“ – Projekt nun seine Ex ist und sein Sohn auch noch dabei mitmischt, ist da schon wieder fast zu viel des Guten. Dennoch gibt es hier endlich klare Linien zwischen Gut und Böse, sowie spannende Weltraumschlachten mit all’ den üblichen Problemen rund um wackelnde Schutzschilde, ausgefallene Phaserbanke, umgeleitete Notenergie und und und. Das alles auch noch mit einer Crew von sich tapfer schlagenden Kadetten! Regisseur Nicholas Meyer wusste wie die Franchise anzugehen hatte und was die Fans erwarten. Man merkt „Star Trek: The Wrath of Khan” einfach stets die Seele an, die im Erstling so vermisst wurde.
Als Trumpf erweist sich von Ricardo Montalban, der den intelligenten, eiskalten Übermensch Khan spielt. An Bedrohlichkeit und Entschlossenheit kaum zu überbieten, ist er der ideale Gegner für Kirk und stiehlt ihm mitunter auch schon mal die Schau. Wohl einer der besten Bösewicht der „Star Trek“ – Reihe, die später einiges an Prominenz verschleißen sollte.
Sich ganz auf den Konflikt dieser beiden Egomanen konzentrierend, treibt Meyer den Plot linear und temporeich voran, so dass keine Durchhänger entstehen. Mit dem „Genesis“ – Projekt findet zudem noch eine neue Idee Platz, während eine altbekannte Figur hier ihren geplanten Ausstieg in die Tat umsetzen soll, um dann wenige Jahre später wiedergeboren zu werden.
Fazit:
Endlich ein „Star Trek“- Film, der die altbekannten, erprobten Elemente, die die Serie groß gemacht haben, auffährt. „Star Trek: The Wrath of Khan“ ist ein rundum gelungener Streifen, in dem die Kultfiguren wieder zu alter Stärke finden, das Drehbuch sich auf das Wesentliche konzentriert, die Handlung flott von statten geht und ein Bösewicht wirklich böse ist. Bravo!