"It's Judgement Time"
In einer kriminellen Zukunft, in der zehntausende von Verbrechen täglich gemeldet werden, ist keine Zeit für lange Gerichtsverfahren. Wird wer bei Schlimmerem erwischt, wird die Gewaltenteilung schnell mal ökonomisch zusammengeführt - der Polizist, der "Judge", vereint Judikative und Exekutive gleich an Ort und Stelle.
Inhaltlich schwer an "The Raid: Redemption" erinnernd, spielt ein abgeriegeltes Hochhaus für Judge Dredd und eine ihn begleitende, zu bewertende Judge-Aspirantin eine zentrale Rolle.
Brutal, dunkel, Dredd.
Das ist kein Kinderfilm - neben "Lawless" das kaltblütig-Brutalste, was der Kinosommer so hergab.
Leider häufiger mal in CGI-Machweise, aber dennoch von Grund auf klar an die Erwachsenen-Fraktion gerichtet.
Einige Oneliner sind auszumachen - schön ausbalanciert und nicht zu aufgesetzt.
Optisch und schnitttechnisch ist der Film stellenweise fast schon experimentell - die Droge der Zukunft, "Slo-Mo", läßt die Zeit für den Konsumenten extrem verlangsamt laufen. Die Szenen werden nicht für Actionszenen überstrapaziert und in ein Schnittgewitter eingebaut im Sinne einer Popcorn-Darbietung, sondern sind einfach mal so lang und langsam, dass es eine ganz eigene Atmosphäre schafft.
Die Kamera bleibt insgesamt sehr seriös und eindrucksvoll.
3D wird nicht als Spektakel ausgeschlachtet, sondern macht den Film einfach etwas plastischer.
Die Musik untermalt die düstere Stimmung mit sehr viel Druck, ohne allzu oft auf Breakbeat-ähnliche Anstachelung zu setzen.
Fazit:
Inhaltlich nicht wirklich gehalt- und anspruchsvoll und durch deutliche Parallelen zu "The Raid: Redemption" auch nicht ganz neu.
Aber aufgrund seiner Eigenständigkeit in der Machart durchaus einen Besuch im Kino wert.