Schon im Vorspann wird klar gemacht, dass man es mit einem düsteren Bastard von Film zu tun hat der keine Gefangenen macht. DREDD basiert auf der 1977er Comicreihe „2000 AD“ der schon 1995 mit Sylvester Stallone die Fans polarisierte. In DREDD 2012 ist Amerika eine verstrahlte Ödnis, Mega City One eine Stadt mit 800 Mio. Einwohnern von Boston bis Washington D.C., teils Ruine der alten Welt, teils neue Mega-Blocks und Mega-Highways. Darunter fiese Gangs und die Hall of Justice mit den Executioners und Judges. Dredd ist der beste von ihnen. So entlässt uns der Vorspann und schafft schon gleich eine schön düstere-dreckige Atmosphäre die die Fans düsterer Comic-Adaptionen lieben.
Ohne groß auf die einfache aber effektiv umgesetzte Story einzugehen besticht DREDD durch die immer wieder eingesetzte Zeitlupe und langsamen, Christopher-Nolan-artigen Kameraschwenks die die aufwendig wirkende Umsetzung stets bestens einfangen. Der Film wirkt wie eine Science-Fiction und LSD-gepuschte Variante eines anderen Action-Highlights des Jahres THE RAID mit dem sie nicht nur das Setting des geschlossenen Hochhauses, sondern auch die kompromisslose und sehr blutige Umsetzung gemeinsam hat.
Die optischen Leckerbissen sind zusätzlich noch mit einem düsteren Elektrosound mit Subsonic-Bässen und sehr guter Räumlichkeit versehen, so dass man sich im wahrsten Sinne sehr gut in das kurzweilige Geschehen fallen lassen kann. Die Bösewichtin Ma-Ma ist das perfekte Gegenstück zu unserem Testosteron-Monster Dredd und sowohl der Showdown als auch die zwischenzeitlichen Materialschlachten lassen kein Auge trocken. Rekrutin Anderson ist ein netter Sidekick zu Dredd der auch bestens funktioniert.
Es splattert auch ein wenig im Gebälk und desöfteren bedeckt das rote rote Groovy den gesamten Bildschirm. Somit auch nichts für ein Blockbuster-Publikum und auch THE EXPENDABLES wirkt dagegen wie ein Frauenfilm. Ich bin sicher, dass ein weiterer Teil von DREDD eine Menge Freunde finden könnte. Ja, es herrscht Mega-Trash in Mega City One, aber wir lieben ihn und bedauern, dass er nach wenigen Tagen im Kino und anschließenden Spätvorstellungen so schnell in der Versenkung verschwunden ist. Mögen die Fans ihn auf Blu-ray die rechte Aufmerksamkeit zukommen lassen.
7,5/10 Bullets....äh,....Punkten