Was für ein kleiner Film!!!
Dem Technikwahn folgend habe ich mir passend zum Fernseher einen 3D-Blu-Ray-Player gegönnt und stand im roten MM vor einer doch sehr bescheidenen Filmauswahl in Sachen 3D. Das lag aber kaum am MM, sondern eher am Output der Filmwirtschaft.
Jetzt sitze ich hier mit einer beklopppten Brille und schaue mir "Dredd 3D" an. Der Film ist ein B-Movie mit Hi-Tech-Attitüde. Über die Technik hinaus hat man leider vergessen, einen unterhaltsamen, nein, nachhaltigen Film zu fabrizieren. Ich weiß nicht, wie hoch das Budget war und welcher Marktwert dem Franchise und den Darstellern zugeschrieben wird, aber das Endergebnis hinterlässt einen 1a Direct-to-Video-Eindruck. Der Film spielt zu 95% in einem Hochhaus, dem Peach Tree, in dem eine böse Ex-Prostituierte ihr Unwesen treibt und Drogen über die Megacity verteilt. Nach einem Dreifachmord ermittel Judge Dredd mit seiner nigelnagelneuen Psychopartnerin im Block und besiegt zum Schluss die Bösemöse. Ende.
Kleiner kann ein Film kaum noch wirken. Die Schauplätze sind so weitläufig wie eine durchschnittliche Hosentasche, die Charaktere so stereotyp wie die Malereien auf einem Jahrmarktskarussell und die Story so dünn wie Kate Moss kurz vor der Auflösung.
Na gut, kein Problem, denkt der Genrefreund. Hauptsache es rumpelt und pumpelt im Karton. Blut, Eingeweide und markige Sprüche könnten da schon entschädigen. Aber wenn alles am Computer programmiert wird, kann auch das nicht mehr retten, was eh schon nicht mehr zu retten ist. Da wünscht man sich schon das Puppentheater mit Weitwinkelperspektive und Wüstenatmo von 1995 zurück, das wesentlich organischer und lebendiger wirkt und mit Stallone immerhin einen Helden bietet. Ob man den nun braucht oder nicht.
Und der Witz ist: Ich habe 26 Tacken für diesen Film gelöhnt, nur weil ein Kinderbuch-3D-Effekt zu sehen ist. Also wirklich: Dieser Firlefanz sollte keine Entschuldigung für eine solche Schmalspurkost sein. Mit den Finanzen hätte man doch wohl deutlich mehr rausholen können. Übrigens war die Synchro so schlecht, dass ich nach 2 Minuten auf Englisch geschaltet habe (Das ist technischer Fortschritt!!!) um festzustellen, dass das auch nichts hilft. Autsch!!! Freunde, ich schaue liebend gern Chuck Norris-Filme, habe dutzende Male Rambo in Aktion gesehen und bin mir auch für Michael Dudikoff nicht zu schade. Aber das hier ist doch niemals seine Herstellungskosten wert. Ich habe mich in 3D versucht und bin kläglich gescheitert. Aber das ist ja auch die Message: Jeder muss zwangsweise an Judge Dredd scheitern!
I'm judge,I'm jury and I'm executioner too... Buh!