"And, how pregnant did you make that girls mouth?"
Nein, dieser Spruch ist eine Ausnahme.
Wo sich Dachdecker und Schulabbrecher Unterwäsche anziehen, die am Träger als Foto bei Facebook ganze Lebenslinien zerstörend verändern könnten, sollten diese nicht mit mit Steinen des sich-lustig-Machens werfen. Besonders dann nicht, wenn sie sich vorher noch mittels Vakuumpunpe ihr bestes Stück verlängern.
Das Kino, zu gefühlten 90% mit Mädels und Frauen besetzt, war somit eine 3D-Erweiterung der Bühne im Film - inklusive mächtigen Applauses. So sehr man sich als Mann denn auch schämen möchte, so klar ist aber durch diverse "Ahs" und "Ohs" der Damen, dass sie letztlich weniger die Lächerlichkeit werten, als doch die dargebotenen Körper und ihre artistischen Darbietungen.
Und die sind, das muss man neidlos anerkennen, beeindruckend.
Channing Tatum hat eine arroganzfreie Präsenz, dass man die - pardon - Tropfenbildung in diversen weiblichen Körperregionen im Publikum fast schon spüren kann.
So werden die Shows dann auch glücklicherweise nicht im MTV-Look künstlich dynamisiert, sondern man sieht Double-freie Performance - Respekt dem gesamten männlichen Cast gegenüber!
Die erste Hälfte erfreut durch perfektes Timing und Humor, der beide Geschlechter ansprechen dürfte.
Leider verirrt sich der Rest dann ein Wenig in endloser Variation des "Kostüme peinlich, aber die Frauen stehen drauf"-Themas.
Später ziehen mal dunklere Wolken auf, es eintwickelt sich ein neuer Handlungsstrang, der zunächst Erinnerungen an "Boogie Nights" aufkommen läßt. Der Zuschauererwartung trotzen die Macher dann allerdings in letzter Sekunde - fast schon ein Coitus Interruptus.
In mancher Berichterstattung wird als Story sinngemäß genannt, dass ein unbedarfter Junge einen Stripper kennenlernt und von diesem in die geheime Welt der Pick-Up-Künste eingeführt wird.
Das darf getrost als Marketinggag gewertet werden - das Einzige, was hier als Möglichkeit zum Frauen-Klarmachen gezeigt wird, sind makellose Körper und eine Bühne, auf der man sie zur Schau stellen kann.
Etwas Hoffnung darf allerdings doch geschöpft werden: Man(n) muss dabei nicht besonders cool, gebildet oder Gentleman sein, das wird deutlich gemacht.
Wenn das mal nicht aufbaut!
Um ein Wenig Emanzipation zu zeigen, sieht man auch den ein oder anderen schön gerundeten weiblichen Körper - die "Ahs" und "Ohs" waren dabei im Kinosaal allerdings etwas zurückhaltender ...
Fazit:
Tolle erste Hälfte.
Die Zweite dagegen regt zum Nachdenken an - "Ist die eigentliche Geschichte überhaupt gehaltvoll genug?".
Am besten nicht darüber nachdenken.
Einige klassische Drama-Ausgangssituationen werden geschaffen, die ein Abrutschen in die ebenso klassischen Lösungen erwarten lassen. Dies geschieht zwar nicht, aber einfach nichts geschehen zu lassen, mag individuell sein, unterhaltend ist es aber nicht unbedingt.
Insgesamt erfreue man sich aber an der hervorragenden Kameraführung bzw. Cinemascope-Bildgestaltung - dafür ist die große Leinwand geschaffen!
Mathematisch werden 0.5 üblicherweise auf 1 gerundet, daher werden aus den letzlich leider nur 6.5 denn auch 7 Punkte.