Für Tim (Sean Astin) und Cheryl (Samaire Armstrong) geht mit der Adoption des Babys Mona (ich glaube, Babynamen muss ich jetzt nicht gerade erwähnen) ihr größter Wunsch in Erfüllung. Das neue Familienglück zu Dritt hält aber nicht lange an, denn nach nur einem Jahr wird der leibliche Vater Kevin (Brendan Fehr) aus der Haft entlassen, der damals durchdrehte, als das Jugendamt ihm das Kind wegnehmen wollte und er die Sozialarbeiterin gepflegt weggepustet hat.
Kevin will sein Kind zurück, das er niemals freigab und terrorisiert daraufhin die Eltern, die auch noch unter Druck stehen, da sie von Fay Hopkins (Monet Mazur) beobachtet werden, ob sie sich als geeignete Familie für eine Adoption herausstellen.
Drei nette Dinge geisterten mir schon nach den ersten fünf Minuten durch den Kopf: 1. Sean Astin (aus dem guten "Stirb Langsam"-Klon "Boy Soldiers") hat seit seiner Jugend an Gewicht genauso gut zugelegt wie Maradonna nach seiner aktiven Spielerzeit.
2. Schön Michael Gross (der absolut sympathische Waffennarr aus "Im Land der Raketenwürmer 1-4") mal wieder in einer kleinen Nebenrolle zu sehen und
3. Unglaublich, wie schnell ein durchgeknallter Psychopath, der ein Menschenleben auf dem Gewissen hat, nach nur einem Jahr Haft entlassen wird. Regisseur Micho Rutare ist das natürlich völlig wumpe, der ja schon mit dem ruhmreichen "Meteor Apocalypse" glänzen durfte.
Was als amerikanischer TV-Film abgedreht worden war, wird uns Deutschen also mal wieder als kostspielige DTV-Veröffentlichung unter die Nase gehalten, die man nicht unbedingt gesehen haben muss.
Denn der Filmverlauf von "Adopting Terror" erweist sich als relativ langatmig mit wenigen Spannungsmomenten. Gut, bei Brendan Fehr´s Szenen als psychopathischer Vater kommt schon einiges an Stimmung auf, da er psychologisch vorgeht und die Axt erst einmal im Keller lässt. Die musikalische Untermalung dazu ist auch nicht schlecht geraten. Dennoch nervt der Filmverlauf mit vielen Szenen, die sich um die Kontrolle der Sozialarbeiterin Fay Hopkins drehen. Wenn Fay erscheint, ist es natürlich nie aufgeräumt, das Baby wurde mal (von einem Jungen, was soll das bitte?) in den Backen gebissen oder hat mal Fieber. Nichts stimmt also bei den Kontrollbesuchen - aber welchen Zuschauer interessieren diese Szenen?
So dümpelt der Film vor sich hin, Tim und Cheryl geben alles als Ersatzeltern und der Ex-Papi Kevin sorgt im Viertelstundentakt dafür, dass man auf der Couch nicht wegpennt. Dank ein, zwei Wendungen landet "Adoption Terror" dann doch noch im unteren Mittelfeld.
Wer also immer wieder auf´s Neue auf Thrillersuche ist und nichts findet, kann sich mit niedrigen Erwartungshaltungen "Adopting Terror" antun.
4/10