Review

Beim Zombiefilm als Genremischung entscheiden mittlerweile nicht mehr die kreativen Ideen, welche mehr oder minder so langsam aufgebraucht scheinen, sondern die ausgewogene Mischung. In diesem Fall ist es dem Gespann Jarret (Regie) und Brent Tarnol (Autor und Nebendarsteller) gelungen, Zombiefilm, Roadmovie und Romanze miteinander zu kombinieren, was in seiner Gesamtheit zwar ein wenig minimalistisch ausfällt, jedoch durchgehend gut unterhält.

Artie (Reece Thompson) ist ein Loser, der seit Jahren in seine Nachbarin April verknallt ist. Just als er ihr seine Liebe gesteht, erfährt Artie von ihrem Umzug und verfällt daraufhin für drei Jahre in tiefe Depressionen. Als er sich entschließt, April aufzusuchen, baut er einen Unfall und erwacht kurz darauf von Zombies umgeben. So gestaltet die Suche nach April nicht gerade leichter...

Die sporadische Einteilung in einzelne Kapitel hätte es im Grunde nicht gebraucht, doch bereits der Epilog veranschaulicht eine gewisse leichtfüßige Note mit sympathischem Humor.
Artie erzählt vom Traum eines jeden Jungen, einmal mit seiner Traumfrau über eine Blumenwiese laufen zu wollen, - kurz darauf verändert sich der Hintergrund und man sieht Artie und April gemeinsam vor einer Horde Untoter weglaufen.

Die Figuren sind indes rasch etabliert und auch wenn das Drehbuch mit einigen Klischees um die Ecke kommt und vom befreundeten Nerd über den Baseballstar, dem weisen Opa und dem oberflächlichen Psychiater ein paar vertraute Erscheinungen einbindet, so wird es trotz des etwas längeren Vorlaufs nie langweilig, zumal einige Situationskomik und eine Handvoll goldiger Songs für Abwechslung sorgen.

Als es mit den Zombieattacken losgeht, überzeugen die Erscheinungen der Infizierten sogleich, da das Make-up recht variabel ausfällt, die Sounduntermalung stimmig ist und mit gesunder Härte vorgegangen wird, auch wenn zu keiner Zeit explizites Blutvergießen oder gar extreme Gewaltdarstellungen auszumachen sind. Einige Szenen finden im Off statt, manches wird allenfalls angedeutet und auch Fressszenen werden nur vage gestreift. Die Individualität der Untoten überrascht hingegen positiv, was nicht zuletzt auf individuelle Kleidung und verschiedene Altersstufen zurückzuführen ist.

Derweil sorgen diverse Schauplätze, sowie das Kommen und Gehen einiger Nebenfiguren für Vielfalt, als Artie auf einen merkwürdigen Priester trifft, seinem alten Kumpel wieder begegnet oder mit dem Caddy anhält, weil ein Mädchen mitten auf der Straße steht und ihn zaghaft begrüßt. Die Mimen sind mit sichtlicher Spielfreude bei der Sache, die Kamera weist keinerlei Unsicherheit auf und auch der Schnitt ist stets sauber gesetzt.
Nur mit der Spannung hält es sich in Grenzen, da die Situation für Artie, der sich zwischenzeitlich zum entschlossenen Zombiekiller gemausert hat, nie wirklich lebensgefährlich wird und einige Stationen ein wenig vorhersehbar ablaufen.

Dennoch vermag die Mixtur aus Romanze ohne Kitsch, Roadmovie und etwas Zombieaction zu unterhalten und auch das letzte Kapitel birgt die eine oder andere kleine Überraschung einschließlich eines eher unerwarteten Ausgangs. Mit rund 83 Laufzeit angenehm knackig ausgefallen und zu jeder Zeit sympathisch, hat der kleine Genrestreifen durchaus eine Sichtung verdient.
Knapp
7 von 10

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