Der zurückhaltende Artie (Reece Thompson) und das Nachbarsmädchen April (Rebekah Brandes) kennen sich seit ihrer Kindheit, als Letztere nach der Highschool-Abschlussparty mit ihren Eltern wegzieht, was Artie, der in sie verliebt ist, in tiefe Depressionen stürzt. Drei Jahre lang macht er im Keller seines Elternhauses eine nächtliche Radiosendung, die aber niemanden interessiert, als ihn seine Eltern denn endlich zum Psychiater schicken. Der verschreibt ihm ein paar bunte Pillen, mit denen Arties Selbstwertgefühl gehoben werden soll - und in der Tat folgt er Großvaters Rat und macht sich mit dessen Auto auf den Weg, seine einige Stunden Wegzeit entfernt wohnende Flamme zu besuchen. Dummerweise schrottet er unterwegs das Auto und muß zu Fuß zurück nach Hause - dort aber ist niemand mehr, denn eine Zombie-Epidemie hat fast alle Menschen in Untote verwandelt. Artie muß sich mit Golfschläger und Sport-Armbrust alleine durchschlagen...
Zombies - An Undead Road Movie ist in erster Linie ein Coming-of-Age-Film, der Buddy-Movie- und Road-Movie-Elemente enthält und seine eher banale Story in einer von Zombies verseuchten Umwelt ansiedelt. Die Untoten allerdings treten erst nach fast einer halben Stunde erstmals auf, als sie recht unvermittelt auf der Straße herumlungern. Artie, der sich mit seinen Sport-Utensilien gut zu verteidigen weiß, wird zwar in die Hand gebissen, verwandelt sich aber im Gegensatz zu allen anderen solchermaßen Verwundeten nicht in einen Zombie - was mit dem Konsum der bunten Pillen erklärt wird. Apropos Erklärungen: das Drehbuch bemüht sich zwar, einige Hintergründe zu erhellen (so ist von einem Terror-Anschlag mit dem Zombie-Virus kurz die Rede, später erläutert ein selbsternannter Zombiejäger dann auch daß man bei den Untoten den Schädel treffen muß) dennoch erfolgt der Wechsel von der Lebensgeschichte des hoffnungslosen - wenn auch nicht unsympathischen - Losers Artie in eine lebensfeindliche Zombie-Umwelt viel zu abrupt.
Auch in der Folge (auf seinem Weg durch einen Wald trifft Artie einige Überlebende, darunter auch einen alten Schulkameraden, mit dem er sich zusammentut) plätschert das Geschehen eher ereignisarm bzw. vorhersehbar vor sich hin, ein paar Zombies werden nebenbei erledigt, die meiste Zeit jedoch verbringen die beiden Freunde mit quatschen. Gegen Ende des Films werden weitere Bekannte unverseucht aufgefunden, dann aber ist auch schon recht unspektakulär Schluß und ohne Perspektive für die überlebende Hauptperson endet dann dieser Streifen - den Zuseher bezüglich der Genre-Zuordnung nach 83 Minuten etwas ratlos zurücklassend. Auch an manchen Stellen eingestreuter Humor (wie die Szene, als Arties Vater seinen Sohn auf 31 Jahre schätzt, obwohl der erst 21 ist oder als der als Priester verkleidete Zombie-Jäger, der die Untoten mithilfe von "Jesus-Freaks" als Köder in eine Kirche locken will) lenken die Erwartungshaltung des Zusehers manchmal in eine Richtung, die der Film dann doch nicht einschlägt. Bezüglich der zum Schluß erneut thematisierten bunten Pillen - von denen nurmehr eine übrig ist - hätte ich mir irgendeinen Plot-Twist erwartet (beispielsweise in der Art eines bösen Traums, aus dem Artie erwacht oder aber dessen vollendete Persönlichkeitswandlung vom einstmaligen Loser zum entschlossenen jungen Mann mit Hilfe der Pillen), aber nichts da, die Welt bleibt Zombie-verseucht.
Was man Zombies - An Undead Road Movie zugute halten muß, sind die ordentlich geschminkten Zombies, von denen sich auch mal ein halbes Dutzend durch die Landschaft bewegt. Deren Tötung erfolgt zwar meist im Gegenschnitt bzw. außerhalb des Bildausschnitts, was in dem erkennbar günstig produzierten Film aber zunächst nicht weiter auffällt - erst später, wenn zunehmend öfter draufgehauen wird, man aber nicht sieht worauf die jungen Herren hauen, macht sich dieses bewußte Vermeiden expliziter Gewalt bemerkbar. Auch agieren die Hauptdarsteller des Films einigermaßen passabel und ihre Rollen sind immerhin nicht unsympathisch, was den spannungslosen Film immerhin vor dem Totalabsturz (sprich frühzeitig abdrehen) rettet, all dies kann den weitgehend fehlenden roten Faden und das enttäuschende Ende aber auch nicht mehr aufwerten. Einen Punktabzug gibt es außerdem für den verkaufsfördernden Knackarsch auf dem Cover, der keinerlei Entsprechung im Film hat. Ein Streifen der Kategorie "Schaut man sich kein zweites Mal an". 3,51 Punkte.