Vorwort:
Wackelkamera. Mutanten. Eine verlassene Stadt. Erinnert an eine neue hippe Version von „The hills have eyes". Ob der Streifen diesem Vergleich standhalten kann?
Inhalt:
Chris, Natalie, Amanda und Paul reisen durch Osteuropa. Sie erhalten ein Angebot: Extremtourismus. Eine Fahr in die Geisterstadt Pripjat, die seit dem Kernreaktorunfall in Tschernobyl seit Jahren verlassen ist. Spätestens als beim Aufbrach ihr Fahrzeug nichtmehr anspringt wird ihnen klar, dass die Stadt doch nicht so verlassen ist wie vermutet.
Kritik:
Die Einführung ist altbekannt: Jugendliche die den Urlaub genießen. Wie in Hostel nur ohne Brüste und Sex. Die Figuren sind lediglich Schablonen. Komplett leer. Ich wusste am Ende des Films nicht mal mehr die Namen. Zum Glück konnte ich mir diese für die Inhaltsangabe aus einer anderen Kritik kopieren. Immer wieder musste ich mir die Frage stellen wer nun der Held ist. Vermutet man einen der Urlauber als wagemutigen Hauptdarsteller, ist er auch schon verschwunden. Ermordet im Off. So staunte ich nach rund 70 Minuten verstrichener Spielzeit nicht schlecht, als da nur noch zwei auf der Flucht vor den mordenden Mutanten waren. Wo waren die anderen abgeblieben?
Das ist das nächste Problem. Die Mutanten sind viel zu spät zu sehen. Sie sind unkreativ gestaltet und werden immer nur flüchtig mit der wackelnden Kamera eingefangen. Die herrenlosen Hunde, welche zuerst die Gefahrenquelle darstellten waren da um einiges furchteinflößender. Die Morde geschehen im Off. Blut ist so gut wie gar nicht zusehen.
Spannung kommt dennoch ab und zu auf und zeitweilen kann der Film auch fesseln. Vor allem die Kulissen sind schön fotografiert und erzeugen eine unbehagliche Stimmung. Aber alleine ein schniekes Set rettet noch lange keinen Film. Positiv in Erinnerung bleibt lediglich noch das Ende, das zwar vorhersehbar ist, aber dennoch ganz nett.
Als weiteres Manko sei noch die Kameraführung genannt. Irgendwie konnte sich unser Regisseur nicht so recht zwischen Found-Footage und Spielfilm entscheiden. Die Kamera wackelt im Blairwitch-Style herum ohne einen bestimmten Grund, da sie nicht mal von einem der Protagonisten geführt wird.
Fazit:
Während des Verlaufs hatte ich keine Ahnung wer da jetzt verschleppt wird und von wem. Dass war mir im Grunde aber auch egal. Die Charaktere konnten und wollten mich anscheinend nicht fesseln. Die Kulissen und die Stimmung waren super. Aber das reicht nicht. So viele gute Filme schaffen es nie auf die große Leinwand, was unfair erscheint wenn man die Qualität eines „Chernobyl Diaries" mit ihnen vergleicht. Der Streifen gehört in die Videothek. Mehr gibt's zu „The Kernreaktoren have eyes" nicht zu sagen.