Review

„Ohne jeden Ausweg“ ist ein kleiner, gut gemachter Thriller, der mit einer überraschend prominenten Besetzung aufwarten kann.
Emmett Young (Scott Wolf) ist ein junger, ehrgeiziger Cop, doch dann wirft ihn eine unerwartete Nachricht vollkommen aus der Bahn: Man diagnostiziert bei ihm eine tödliche Krankheit, die ihm nur noch wenig Zeit lässt. Emmett verzweifelt, will seinen Frust in einer Bar ertränken und kommt mit dem geheimnisvollen Jack Marlow (Gabriel Byrne) ins Gespräch. Dieser gibt sich als ehemaliger FBI-Agent aus und offeriert Emmett einen Killer auf ihn anzusetzen, der seinen Tod unerwartet und schmerzlos gestaltet. Nicht unbedingt neu die Idee mit der tödlichen Krankheit (man siehe z.B. die Komödie „Short Time“), doch für ein interessantes Szenario reicht es aus.
Emmett geht auf den Vorschlag ein, lässt den Killer anheuern und stürzt sich in seinen letzten Tagen in die Arbeit. Eine Mordserie an jungen Frauen nimmt ihn vollkommen gefangen und er beginnt mit Ehrgeiz daran zu arbeiten. Während er so einen neuen Sinn in seinem Leben bekommt, erfolgt eine überraschende Nachricht vom Krankenhaus: Der Befund war falsch und er ist gar nicht dem Tode geweiht…

Die Idee von „Ohne jeden Ausweg“ ist an sich ziemlich gut und verspricht einen spannenden Thriller. Zudem will man auch noch überzeugende Charaktere bieten und hierin liegt leider auch die essentielle Schwäche des Films. In der ersten Hälfte beschäftigt man sich eingängig mit Emmett, Jack und dem angeheuerten Killer John Harrett (Tim Roth), doch leider zu lang. Viele der Ansätze, z.B. das Privatleben Johns, sind letzten Endes unnötig und wirken stellenweise nur wie Füllmaterial, um den Plot auf Spielfilmlänge zu bekommen.
Ansonsten erweist sich die Geschichte als relativ durchdacht und verbindet Emmetts Suche nach den Mördern (dem Frauenmörder sowie seinem eigenem Killer) ziemlich gut, sodass keiner der beiden Handlungsstränge vernachlässigt wirkt. Lediglich zum Schluss wirkt es so, als wolle man den Strang um den Frauenmörder noch kurz abhandeln und zu Ende bringen wollen, doch ansonsten hat man beiden Plots genug Aufmerksamkeit gewidmet.

So nimmt „Ohne jeden Ausweg“ in der zweiten Hälfte dann auch die Fahrt auf, welche die erste leider vermissen lässt. Langsam spitzen sich die Ereignisse zu, denn es scheint so, als habe Emmett nicht mehr die Möglichkeit seinen Auftrag zu widerrufen, da sich Jack als untergetaucht erweist. Gelegentlich Spannungshöhepunkte, meist dann wenn John den ahnungslosen Emmett beschattet und sein Ende gekommen sein könnte, treiben den Puls des Zuschauers in die Höhe und können die eher lahme erste Hälfte zumindest etwas ausgleichen.
Erfreulich auch die Spielfreude der Darsteller, wobei vor allem Scott Wolf, den man in erster Linie aus der TV-Serie „Party of Five“ kennt, eine erstaunlich überzeugende und tiefgehende Performance an den Tag legt. Gabriel Byrne ist ebenfalls mal wieder Gold wert, während Tim Roth ein wenig unter Wert spielt und schon in deutlich besseren Rollen zu sehen war. Der Rest der Besetzung macht ebenfalls einen guten Job und das ist bei Low Budget Thrillern ja nicht alltäglich.

So bleibt unterm Strich ein ganz ordentlicher und vor allem gut gespielter Thriller, der aber leider erst in der zweiten Hälfte so richtig in Schwung kommt. Ganz gute Unterhaltung, aber noch kein großer Wurf.

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