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David Cronenbergs Cosmopolis rief arg abdriftende Meinungen in der Kritikerwelt hervor, die Urteile reichen von Toptitel bis Totalausfall. Irgendwo dazwischen dürfte wohl die Wahrheit liegen: Die erste Filmhälfte präsentiert sich wirklich vielversprechend, stellt sie doch auf interessante, da intellektuell fordernde Weise die bizarren Auswüchse des Finanzsystems bloß. Im späteren Verlauf verliert sich dieser unheilschwangere Abgesang auf die modern-westliche Welt jedoch in immer wirrer und träger werdenden Thesen, die dem Grundgedanken nur noch wenig neues hinzuzufügen haben. Für eine angenehme Überraschung sorgt indes Robert Pattinson, welcher sich mit seiner aalglatten Darstellung des seelenlosen Milliardärs über alle zweifelnden Vorurteile hinwegzusetzen weiß. Ein sperriges Werk, dessen durchaus anspruchsvolle Kapitalismuskritik nach dem echt starken Start in einen viel zu verkopften Krampf ausartet.

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